In Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner EWC veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den Langzeitindex der aktuellen Wind- und Solarstromproduktion . Der Index stellt einen Bezug her zum Energiewetter der letzten 37 Jahre und macht damit die Einspeisung aus Sonnen- und Windkraft langfristig vergleichbar.

Marktbeteiligte, die sich mit dem Handel und der Vermarktung von Strom aus Erneuerbaren-Anlagen beschäftigen, erhalten mit dem Langzeitindex einen Überblick, wie die Ökostromerzeugung im Bezugszeitraum in die Historie einzuordnen ist, welchen Bezug es zu aktuellen meteorologischen Ereignissen gibt und wie sich die aktuelle Produktion gegenüber dem Durchschnitt verhält.

Langzeit Archiv

Langzeitindex Wind

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
März 2017
9.306
14 aus 39
107,77
1994
13.859
1996
5.583

Datenquelle: EWC
* Langzeitindex auf Basis des aktuellen Anlagenbestands, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Langzeitindex Solar

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
März 2017
3.238
3 aus 39
126,51
2011
3.406
1988
1.571

Datenquelle: EWC
* Simulierte Energieproduktion mit dem aktuellen Anlagenbestand, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Meteorologische Ereignisse im März 2017

Mit dem 1. März beginnt aus meteorologischer Sicht der Frühling. Astronomisch gesehen liegt der Frühlingsbeginn am Datum der Tag- und Nachtgleiche und damit 2017 am 20. März. Die Tageslängen und damit die mögliche solare Einstrahlung nehmen im März deutlich zu. Aufgrund nach wie vor großer möglicher Temperaturunterschiede zwischen Nord- und Südeuropa kann Mitteleuropa auch im März noch von schweren Stürmen betroffen sein.

Der März 2017 lag unter wechselndem Einfluss von Hoch- und Tiefdruckgebieten, dabei herrschten frühlingshafte z.T. sogar sommerliche Temperaturen. Dies führte laut DWD zum wärmsten März seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungn 1881.

Die Anzahl der Sonnenstunden war im vergangenen März überdurchschnittlich - vergleicht man die Solarstromproduktion für Deutschland mit der möglichen Solarstromproduktion der Jahre seit 1979 - bezogen auf die aktuell installierte Leistung - so liegt der März 2017 mit 3238 GWh auf Rang 3. Das höchste Ertrag hätte 2011 mit 3406 GWh erzielt werden können.

Die Windstromproduktion war im vergangenen März nur knapp überdurchschnittlich, betrachtet man wiederum die mögliche Windstromproduktion seit 1979 und bezieht diese auf dia aktuell installierte Leistung. Mit 9306 GWh wurde deutlich weniger produziert als es z.B. im Jahr 1994 (Rang 1 mit 13859 GWh) mit der heutigen installierten Leistung möglich gewesen wäre. Damit liegt der März 2017 auf Rang 14. Die höchsten Erzeugungsraten im März 2017 waren verbunden mit dem Durchzug des Tiefdruckgebietes Xaver am 2.3. und der Tiefs Christof und Eckhart am 17.3. sowie der Tiefs Falk und Gregor am 18./19.3.

Insgesamt wurden aus Wind- und Solarkraft im März 2017 12544 GWh Strom produziert - dies wäre im Vergleich mit den Jahren seit 1979 und bezogen auf die aktuell installierte Leistung Rang 8 gewesen - das ertragreichste Jahr wäre durch die hohe möglich Windeinspeisung das Jahr 1994 (mit 16100 GWh) gewesen.


Quelle: EWC
Wind- und Solarleistung Deutschland vom 3/2017

Langzeitbezug

EWC hat die historische Produktion für den aktuellen Anlagenbestand anhand von Wetterdaten physikalisch simuliert. So werden die meteorologischen Bedingungen zur Grünstromerzeugung rückwirkend bis zum Jahre 1979 vergleichbar gemacht. Der Bestand an Erzeugungsanlagen wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht.

Für den Index wurden aus den stündlichen Zeitreihen auf Anlagen- bzw. Postleitzahlenebene die deutschlandweiten Solar- und Windstromproduktionen aggregiert und aus den 37 Jahren eine Wochenklimatologie abgeleitet. Diese dienen als Referenz für die aktuellen Wind- und Solarstromproduktionen (wöchentlich, monatlich). Der Index gibt daher den monatlichen Prozentrang an, wobei 100 Prozent die mittlere Produktion des entsprechenden Monats während der letzten 37 Jahre darstellt.

Datengrundlage

Der Index als Teil der Energiemeteorologischen Analyse basiert auf stündlichen Daten des MERRA-Projektes (Modern Era-Retrospective Analysis for Research and Applications), die mit Hilfe des Goddard Earth Observing System Data Assimilation System Version 5 (GEOS-5) der NASA gewonnen wurden (Illustration 1). Diese Reanalyse liefert Daten ab 1979. Mit Hilfe dieser Analysen wurden die im Dezember 2015 aktiven Wind- und Solarenergieanlagen (Illustration 2) für den gesamten Zeitraum 1979 – 2015 von EWC prognostiziert, wozu verschiedenste Parameter aus der MERRA-Reanalyse herangezogen wurden (3D-Windfelder, Strahlungsdaten, Wolkeninformationen, Schnee, etc.). Für den Wind wurden somit etwa 25000 stündliche Zeitreihen erstellt, die Solarenergieanlagen wurden auf Postleitzahlenebene zusammengefasst. Der Basisdatensatz umfasst somit stündliche Z eitreihen von 1979 bis 2015 für alle deutschen Windenergieanlagen und Solarenergieanlagen, letztere aggregiert auf PLZ-Ebene.