In Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner EWC veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den Langzeitindex der aktuellen Wind- und Solarstromproduktion . Der Index stellt einen Bezug her zum Energiewetter der letzten 37 Jahre und macht damit die Einspeisung aus Sonnen- und Windkraft langfristig vergleichbar.

Marktbeteiligte, die sich mit dem Handel und der Vermarktung von Strom aus Erneuerbaren-Anlagen beschäftigen, erhalten mit dem Langzeitindex einen Überblick, wie die Ökostromerzeugung im Bezugszeitraum in die Historie einzuordnen ist, welchen Bezug es zu aktuellen meteorologischen Ereignissen gibt und wie sich die aktuelle Produktion gegenüber dem Durchschnitt verhält.

Langzeit Archiv

Langzeitindex Wind

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
Juli 2017
10.739
1 aus 39
184,45
2017
10.739
2006
3.200

Datenquelle: EWC
* Langzeitindex auf Basis des aktuellen Anlagenbestands, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Langzeitindex Solar

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
Juli 2017
4.703
37 aus 39
95,75
2013
5.219
1980
4.513

Datenquelle: EWC
* Simulierte Energieproduktion mit dem aktuellen Anlagenbestand, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Meteorologische Ereignisse im Juli 2016

Mit dem Juli beginnt der Hochsommer. Der hohe Sonnenstand erzeugt viel Wärme und durch immer wiederkehrende Hochdruckwetterlagen werden oft heiße bzw. schwül-heiße Luftmassen nach Mitteleuropa gelenkt. Die hohen Temperaturen verbunden mit hoher Luftfeuchtigkeit führen häufig zu Schauern und Gewittern, die mit hohen Windgeschwindigkeiten einhergehen können, welche allerdings räumlich und zeitlich stark begrenzt sind.

In der ersten Hälfte des Juli 2017 war es im Süden hochsommerlich warm, wobei sich immer wieder schwere Gewitter mit Sturmböen und Hagel entluden, im Nordosten dagegen war es mäßig warm, oder sogar kühl. In der zweiten Monatshälfte setzte sich Tief Alfred durch und brachte im letzten Monatsdrittel für ganz Deutschland teils intensiven Dauerregen. Laut Deutschem Wetterdienst war der Juli in Summe sehr nass und sehr warm mit etwas zu wenig Sonne.

Dies spiegelt sich auch in den Daten der erzeugten Energiemengen aus Wind- und Solaranlagen wider. Die Solarstromproduktion war mit 4703 GWh im Vergleich mit der Produktion seit 1979 und jeweils skaliert auf die aktuelle installierte Leistung weit abgeschlagen auf Rang 37. Der meiste Strom hätte bei aktuell installierter Leistung im Jahr 2013 erzeugt werden können.

Für den Wind hingegen war der vergangene Juli ein herausragender Monat. Mit 10739 GWh liegt die Windstromproduktion im Juli 2017 deutlich vor dem nächstbesten Juli im Jahr 1998 - dort hätten mit der aktuell installierten Leistung 8251 GWh Strom aus Windenergie erzeugt werden können.

Durch die hohe Windeinspeisung liegt der aktuelle Juli auch in der Gesamtmenge aus Wind- und Solarenergie mit 15443 GWh auf Platz 1 im Vergleich zu den Jahren seit 1979 und wiederum bezogen auf die aktuell installierte Leistung.


Quelle: EWC
Wind- und Solarleistung Deutschland vom 7/2017

Langzeitbezug

EWC hat die historische Produktion für den aktuellen Anlagenbestand anhand von Wetterdaten physikalisch simuliert. So werden die meteorologischen Bedingungen zur Grünstromerzeugung rückwirkend bis zum Jahre 1979 vergleichbar gemacht. Der Bestand an Erzeugungsanlagen wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht.

Für den Index wurden aus den stündlichen Zeitreihen auf Anlagen- bzw. Postleitzahlenebene die deutschlandweiten Solar- und Windstromproduktionen aggregiert und aus den 37 Jahren eine Wochenklimatologie abgeleitet. Diese dienen als Referenz für die aktuellen Wind- und Solarstromproduktionen (wöchentlich, monatlich). Der Index gibt daher den monatlichen Prozentrang an, wobei 100 Prozent die mittlere Produktion des entsprechenden Monats während der letzten 37 Jahre darstellt.

Datengrundlage

Der Index als Teil der Energiemeteorologischen Analyse basiert auf stündlichen Daten des MERRA-Projektes (Modern Era-Retrospective Analysis for Research and Applications), die mit Hilfe des Goddard Earth Observing System Data Assimilation System Version 5 (GEOS-5) der NASA gewonnen wurden (Illustration 1). Diese Reanalyse liefert Daten ab 1979. Mit Hilfe dieser Analysen wurden die im Dezember 2015 aktiven Wind- und Solarenergieanlagen (Illustration 2) für den gesamten Zeitraum 1979 – 2015 von EWC prognostiziert, wozu verschiedenste Parameter aus der MERRA-Reanalyse herangezogen wurden (3D-Windfelder, Strahlungsdaten, Wolkeninformationen, Schnee, etc.). Für den Wind wurden somit etwa 25000 stündliche Zeitreihen erstellt, die Solarenergieanlagen wurden auf Postleitzahlenebene zusammengefasst. Der Basisdatensatz umfasst somit stündliche Z eitreihen von 1979 bis 2015 für alle deutschen Windenergieanlagen und Solarenergieanlagen, letztere aggregiert auf PLZ-Ebene.