In Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner EWC veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den Langzeitindex der aktuellen Wind- und Solarstromproduktion . Der Index stellt einen Bezug her zum Energiewetter der letzten 37 Jahre und macht damit die Einspeisung aus Sonnen- und Windkraft langfristig vergleichbar.

Marktbeteiligte, die sich mit dem Handel und der Vermarktung von Strom aus Erneuerbaren-Anlagen beschäftigen, erhalten mit dem Langzeitindex einen Überblick, wie die Ökostromerzeugung im Bezugszeitraum in die Historie einzuordnen ist, welchen Bezug es zu aktuellen meteorologischen Ereignissen gibt und wie sich die aktuelle Produktion gegenüber dem Durchschnitt verhält.

Langzeit Archiv

Langzeitindex Wind

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
Dezember 2016
9.254
24 aus 38
94,8
2011
14.427
1995
5.309

Datenquelle: EWC
* Langzeitindex auf Basis des aktuellen Anlagenbestands, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Langzeitindex Solar

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
Dezember 2016
792
9 aus 38
125,65
2004
878
1988
286

Datenquelle: EWC
* Simulierte Energieproduktion mit dem aktuellen Anlagenbestand, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Meteorologische Ereignisse im Dezember 2016

Der Dezember 2016 war laut DWD außergewöhnlich trocken und extrem sonnig. Hochdruckgebiete sorgten für reichlich Sonnenschein - in den Niederungen hielt sich aber auch hartnäckig Nebel. Somit waren dort die Temperaturen zum Teil über Tage hinweg sehr niedrig bis unter Null Grad, während im Bergland strahlender Sonnenschein für angenehme Plusgrade sorgte - örtlich sogar im zweistelligen Bereich. Um Weihnachten herum brachten atlantische Tiefausläufer milde Luft, Sturm im Norden und Niederschläge - oberhalb von 1000 Metern teilweise auch als Schnee. Insgesamt war der Dezember 2016 etwas wärmer als im klimatologischen Mittel.

Mit etwa 65 Sonnenstunden wurden im Dezember deutschlandweit etwa 792 GWh Solarstrom produziert. Dies entspricht einem 9. Platz, legt man die aktuell installierte Leistung zugrunde und betrachtet die Jahre seit 1979. Das beste Ergebnis für die Solarstromproduktion wäre mit der aktuell installierten Leistung im Jahr 2004 mit 878 GWh erzielt worden.

Die Windstromproduktion spielt im Dezember natürlich die übergeordnete Rolle. Im vergangenen Dezember gab es zwei Perioden, die etwas windstärker waren - vom 7. bis zum 12. Dezember (Tief Waltraud) und über die Weihnachtsfeiertage (Tief Barbara). Seit 1979 und bezogen auf die aktuell installierte Leistung lag die Windenergieerzeugung mit 9254 GWh unter dem Durchschnitt (Rang 24). Ertragreichster Dezember wäre 2011 mit 14427 GWh gewesen.

Die gesamte erzeugte Engergie aus Wind- und Solarstrom betrug im Dezember 2016 10046 GWh. Auch dies ist leicht unterdurchschnittlich - legt man die letzten 38 Jahre mit der aktuell installierten Leistung zugrunde - und entspricht Rang 22. Das ertragreichste Jahr für die Gesamtstromproduktion wäre wiederum das Jahr 2011 mit 14866 GWh gewesen.


Quelle: EWC
Wind- und Solarleistung Deutschland vom 12/2016

Langzeitbezug

EWC hat die historische Produktion für den aktuellen Anlagenbestand anhand von Wetterdaten physikalisch simuliert. So werden die meteorologischen Bedingungen zur Grünstromerzeugung rückwirkend bis zum Jahre 1979 vergleichbar gemacht. Der Bestand an Erzeugungsanlagen wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht.

Für den Index wurden aus den stündlichen Zeitreihen auf Anlagen- bzw. Postleitzahlenebene die deutschlandweiten Solar- und Windstromproduktionen aggregiert und aus den 37 Jahren eine Wochenklimatologie abgeleitet. Diese dienen als Referenz für die aktuellen Wind- und Solarstromproduktionen (wöchentlich, monatlich). Der Index gibt daher den monatlichen Prozentrang an, wobei 100 Prozent die mittlere Produktion des entsprechenden Monats während der letzten 37 Jahre darstellt.

Datengrundlage

Der Index als Teil der Energiemeteorologischen Analyse basiert auf stündlichen Daten des MERRA-Projektes (Modern Era-Retrospective Analysis for Research and Applications), die mit Hilfe des Goddard Earth Observing System Data Assimilation System Version 5 (GEOS-5) der NASA gewonnen wurden (Illustration 1). Diese Reanalyse liefert Daten ab 1979. Mit Hilfe dieser Analysen wurden die im Dezember 2015 aktiven Wind- und Solarenergieanlagen (Illustration 2) für den gesamten Zeitraum 1979 – 2015 von EWC prognostiziert, wozu verschiedenste Parameter aus der MERRA-Reanalyse herangezogen wurden (3D-Windfelder, Strahlungsdaten, Wolkeninformationen, Schnee, etc.). Für den Wind wurden somit etwa 25000 stündliche Zeitreihen erstellt, die Solarenergieanlagen wurden auf Postleitzahlenebene zusammengefasst. Der Basisdatensatz umfasst somit stündliche Z eitreihen von 1979 bis 2015 für alle deutschen Windenergieanlagen und Solarenergieanlagen, letztere aggregiert auf PLZ-Ebene.