In Zusammenarbeit mit unserem Kooperationspartner EWC veröffentlichen wir an dieser Stelle regelmäßig den Langzeitindex der aktuellen Wind- und Solarstromproduktion . Der Index stellt einen Bezug her zum Energiewetter der letzten 37 Jahre und macht damit die Einspeisung aus Sonnen- und Windkraft langfristig vergleichbar.

Marktbeteiligte, die sich mit dem Handel und der Vermarktung von Strom aus Erneuerbaren-Anlagen beschäftigen, erhalten mit dem Langzeitindex einen Überblick, wie die Ökostromerzeugung im Bezugszeitraum in die Historie einzuordnen ist, welchen Bezug es zu aktuellen meteorologischen Ereignissen gibt und wie sich die aktuelle Produktion gegenüber dem Durchschnitt verhält.

Langzeit Archiv

Langzeitindex Wind

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
Februar 2017
9.885
12 aus 39
115,33
2016
18.435
2003
4.664

Datenquelle: EWC
* Langzeitindex auf Basis des aktuellen Anlagenbestands, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Langzeitindex Solar

Monat Langzeitindex Wind Stärkster Vergleichsmonat Schwächster Vergleichsmonat
Produktion (GWh)* Rang Prozent-rang** im Jahr Produktion (GWh)* im Jahr Produktion (GWh)*
Februar 2017
1.487
6 aus 39
126,83
2003
2.109
1999
680

Datenquelle: EWC
* Simulierte Energieproduktion mit dem aktuellen Anlagenbestand, kann von der tatsächlichen Energieproduktion abweichen.
** Mittelwert 1979-2016 = 100 %

Meteorologische Ereignisse im Februar 2017

Der Februar 2017 begann unter Hochdruckeinfluss zunächst kalt im Nordosten und mit milderer Luft im Süden und Westen. Ab Mitte des Monats befand sich ganz Deutschland unter Einfluss einer kräftigen niederschlagsreichen Strömung aus Westen. Diese Wetterlage gipfelte in der letzten Februarwoche mit Sturmböen im Westen und frühlingshaften Temperaturen im Süden. In Summe war der Februar 2017 laut Deutschem Wetterdienst deutlich zu warm und nur durchschnittlich sonnig.

An Solarenergie wurden im Februar 2017 etwa 1487 GWh erzeugt - verglichen mit den Jahren seit 1979 und bezogen auf die aktuell installierte Leistung ist das deutlich überdurchschnittlich (an 6. Stelle). Das ertragreichste Jahr wäre mit der aktuell installierten Leistung das Jahr 2003 mit 2109 GWh gewesen.

Der Windenergieertrag war nur leicht überdurchschnittlich - mit 9885 GWh liegt der vergangene Februar auf Rang 12 seit 1979 und auf Grundlage der aktuell installierten Leistung. Der ertragreichste Februar wäre hier der des vergangenen Jahres (2016) gewesen. Bei heute installierter Leistung wären 18435 GWh erzeugt worden.

Der Gesamteintrag aus erneuerbaren Energien war für den Februar 2017 überdurchschnitllich - mit 11372 GWh liegt er auf dem 9. Rang. Bezogen auf die aktuell installierte Leistung wäre auch hier der Februar 2016 der Spitzenreiter seit 1979 gewesen, mit 19574 GWh war dieser Februar mit Abstand das ertragreichste, was vor allem an den hohen Windenergieerträgen lag.


Quelle: EWC
Wind- und Solarleistung Deutschland vom 2/2017

Langzeitbezug

EWC hat die historische Produktion für den aktuellen Anlagenbestand anhand von Wetterdaten physikalisch simuliert. So werden die meteorologischen Bedingungen zur Grünstromerzeugung rückwirkend bis zum Jahre 1979 vergleichbar gemacht. Der Bestand an Erzeugungsanlagen wird regelmäßig auf den neuesten Stand gebracht.

Für den Index wurden aus den stündlichen Zeitreihen auf Anlagen- bzw. Postleitzahlenebene die deutschlandweiten Solar- und Windstromproduktionen aggregiert und aus den 37 Jahren eine Wochenklimatologie abgeleitet. Diese dienen als Referenz für die aktuellen Wind- und Solarstromproduktionen (wöchentlich, monatlich). Der Index gibt daher den monatlichen Prozentrang an, wobei 100 Prozent die mittlere Produktion des entsprechenden Monats während der letzten 37 Jahre darstellt.

Datengrundlage

Der Index als Teil der Energiemeteorologischen Analyse basiert auf stündlichen Daten des MERRA-Projektes (Modern Era-Retrospective Analysis for Research and Applications), die mit Hilfe des Goddard Earth Observing System Data Assimilation System Version 5 (GEOS-5) der NASA gewonnen wurden (Illustration 1). Diese Reanalyse liefert Daten ab 1979. Mit Hilfe dieser Analysen wurden die im Dezember 2015 aktiven Wind- und Solarenergieanlagen (Illustration 2) für den gesamten Zeitraum 1979 – 2015 von EWC prognostiziert, wozu verschiedenste Parameter aus der MERRA-Reanalyse herangezogen wurden (3D-Windfelder, Strahlungsdaten, Wolkeninformationen, Schnee, etc.). Für den Wind wurden somit etwa 25000 stündliche Zeitreihen erstellt, die Solarenergieanlagen wurden auf Postleitzahlenebene zusammengefasst. Der Basisdatensatz umfasst somit stündliche Z eitreihen von 1979 bis 2015 für alle deutschen Windenergieanlagen und Solarenergieanlagen, letztere aggregiert auf PLZ-Ebene.