Rund 5.500 Meldungen hat die energate-Redaktion im Jahr 2017 für Sie verfasst. Für unseren Jahresrückblick haben wir die Meldungen herausgesucht, die unsere Leser am meisten interessierten. Außerdem wirft unsere Redaktion einen Blick auf ihre persönlichen Highlights.

Insgesamt war das Jahr 2017 geprägt durch den fortschreitenden Umbau des Energiemarktes. Vor allem Nachrichten aus der sich stetig verändernden Unternehmenslandschaft bestimmten unsere Berichterstattung. Bekannte Unternehmen wie Care-Energy und Solarworld mussten 2017 Insolvenz anmelden. Zeitgleich geht der Umbau der großen Konzerne weiter, was die zahlreichen Spekulationen um Zusammenschlüsse und Verkäufe belegen und schließlich auch in einem ersten großen Kaufangebot - von Fortum an Uniper - mündete.

Zugleich veranschaulicht der Blick auf unsere Top-Meldungen des Jahres, wie sich die Geschäftsmodelle im Energiemarkt wandeln. Eigenversorgung, Mieterstrom und sich selbst versorgende Communities prägen zunehmend das Bild einer einst zentral versorgten Energielandschaft. Das spiegelt sich auch im Auftreten neuer Player. Allen voran für die Immobilienwirtschaft markierte das Jahr 2017 quasi ein Initial für die Ausweitung ihrer Aktivitäten im Energiesektor, nicht zuletzt durch die Verabschiedung des neuen Mieterstromgesetzes.

Januar

Das Jahr 2017 startete Mitte Januar mit einer Todesnachricht: Der langjährige und durchaus strittige Care-Energy-Chef Martin Kristek verstarb. Die Frage, wie es nach seinem Tod mit dem Hamburger Energielieferanten weitergeht, war die meistgelesene Meldung des Monats. Auch die Gerüchteküche bewegt unsere Leser immer wieder: Im Januar 2017 vor allem, ob die Kontrahenten Eon und Innogy den Pfad der Energiewende womöglich gemeinsam weitergehen.

Unser Highlight:

EWE-Chef Brückmann nach Großspende in der Kritik

Im Januar 2017 begann mit der sogenannten "Klitschko-Affäre" der große personelle Umbruch beim norddeutschen Regionalversorger EWE. Eine Geschichte um persönliche Verfehlungen, staatsanwaltliche Ermittlungen und Korruptionsverdacht, die uns das ganze Jahr über begleitete, und in unserer Highlight-Liste ein ums andere Mal auftaucht.

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Februar

Im Februar verschärfte sich die Krise im hohen Norden. EWE-Chef Brückmann musste gehen und die Geschichte von persönlichen Verfehlungen im Management des norddeutschen Versorgers weitete sich auf Tochtergesellschaften und mögliche Nachfolger Brückmanns aus. Außerdem auf der Highlight-Liste: Personalien bei Stadtwerken und Personalfragen bei Innogy.

Unser Highlight:

Kempmann: "In drei Jahren überholen wir den BEE"

Die Kampfansage von BDEW-Präsident Kempmann an den Erneuerbarenverband BEE war unser Highlight im Februar. Im Interview mit energate-TV auf der E-world kündigte Kempmann an, bis 2020 mehr Erneuerbarenerzeugung unter dem Dach seines Verbandes zu vereinen als der BEE. Wenn sich an den EEG-Regularien aber nicht bald etwas ändert, dürfte der große Erneuerbarenverband in 2020 vielleicht weder BDEW noch BEE heißen, sondern "Bündnis Bürgerenergie", ein Verein, der die Interessen der momentan bei den EEG-Auktionen so erfolgreichen Energiegenossenschaften vertritt.

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März

Im März steht wieder Care-Energy ganz oben. Rückblickend könnte man meinen, unsere Leser hätten das Ende des rebellischen Versorgers aus Hamburg nahezu herbeigesehnt. Wem es nicht so gut geht, den ergötzt das Leid des Anderen. Diese These könnte auch ein Grund für das starke Interesse an den "Aufräumarbeiten" bei Gazprom Germania gewesen sein.

Unser Highlight:

Eon: "Altlasten" kosten 16 Mrd. Euro

Ein Highlight, das eher ein "Lowlight" ist: Der Eon-Konzern verbuchte für das Geschäftsjahr 2016 einen Rekordverlust, die Bilanz des Unternehmens wies ein Minus von rund 16 Mrd. Euro aus. Der dritte Milliardenverlust in Folge war zwar vor allem von Sondereffekten verursacht, wie der milliardenschweren Einigung mit dem Bund über die Finanzierung des Kernenergieausstiegs. 26 Mrd. Euro summierter Verlust von 2014 bis 2016 sprechen allerdings Bände.

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April

Wieder rankt Care-Energy ganz oben: Diesmal mit einer Einschätzung eines Fachanwalts, wonach der Schaden durch die Pleite des Versorgers aufgrund des neuen Insolvenzrechts weniger groß sein dürfte als von vielen Netzbetreibern befürchtet. Auch der "Kunde" taucht erneut in den Top 3 auf, quasi so etwas wie das Wort des Jahres in der Energieversorgungslandschaft. Außerdem ein Highlight: Die strukturelle Neuausrichtung des Stadtwerke-Netzwerks Trianel.

Unser Highlight:

Stadtwerke Thale wechseln Besitzer

Eine auf den ersten Blick unscheinbare Meldung, hinter der aber ein Trend des Jahres steht: Die Immobilienbranche entdeckt den Energiemarkt für sich und wird zur neuen Konkurrenz der Versorger. Mit der Deutsche Wohnen AG übernimmt erstmals eine große deutsche Wohnungsgesellschaft ein Stadtwerk. Gemeinsam mit dem Partner Getec will Deutsche Wohnen im sachsen-anhaltinischen Thale die Zukunft der Energieversorgung erproben. Wir sind gespannt!

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Mai

Im Mai formierte sich im Bundestag eine interfraktionelle Gruppe aus Befürwortern der Elektromobilität. Die prominenten Vertreter von CDU, SPD und Grünen wollen künftig gemeinsame Gesetzesinitiativen zum Anschub der E-Mobilität starten, quasi eine "Kenia-Allianz" der Stromautofahrer. Außerdem unter den Top 3 im Mai: Übernahmen aus den Geschäftsbereichen der Digitalisierung und des Contracting.

Unser Highlight:

Aldi wird smarter Solarstromerzeuger

Noch so ein Trend des Jahres: Immer mehr Gewerbetreibende lösen sich vom klassischen Versorgungsmodell und versuchen sich in Eigenerzeugung. Aldi Süd beispielsweise ist inzwischen einer der größten Betreiber von Solar-Dachanlagen in Deutschland und testet nun gemeinsam mit dem Energiekonzern EnBW die intelligente Steuerung seiner Anlagen. Auch Lidl, Rewe & Co. sind in diesem Feld inzwischen aktiv und tragen so zur steten Marktveränderung bei.

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Juni

Schon im Juni beschäftigte der Stellenabbau bei Siemens unsere Leser. Während später im Jahr vor allem die geplanten Entlassungen im konventionellen Geschäft für Schlagzeilen sorgten, war das Aus der Bremerhavener Produktionsstätte für Offshore-Windturbinen die Top-Meldung im Juni. Über 1.000 Beschäftigte der Siemens-Tochter Adwen mussten sich auf Stellensuche begeben. Im November folgte dann die Nachricht über den geplanten Abbau von 2.600 Stellen im klassischen Kraftwerksgeschäft.

Unser Highlight:

Viessmann startet Strom-Community

Strom zum Flatrate-Preis. Dieses Angebot startete der Heiztechnik-Hersteller Viessmann im Juni und markierte damit ebenfalls einen Trend des Jahres. Denn das Angebot steht nur Kunden offen, die sich innerhalb einer Community miteinander vernetzen. Das Konzept der "Strom-Communities", das der Speicherhersteller Sonnen hierzulande Ende 2015 initiierte, findet immer mehr Nachahmer. Auch Stadtwerke bieten inzwischen lokale oder regionale Stromtausch-Plattformen an.

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Juli

Besteht noch Hoffnung für eine Batteriezellenproduktion in Deutschland? Diese Frage hievte die Gedankenspiele im Hause Bosch auf unser Podest im Monat Juli. Während sich die großen Autokonzerne trotz politischen Drucks weiter zieren, kündigte Bosch-Chef Volkmar Denner bis Anfang 2018 eine Entscheidung an. Unter dem Namen TerraE beschäftigt sich zudem ein weiteres Firmenkonsortium mit dem Aufbau einer Batteriezellenfertigung in Deutschland. Außerdem unter den Top 3 des Monats: Mal wieder Care-Energy und die Pleite von Prokon.

Unser Highlight:

Uniper baut Methanisierungsanlage

Mit etlichen Studien trommelte die Gaswirtschaft im zurückliegenden Jahr für Power-to-Gas als unverzichtbaren Bestandteil der Energiewende. Wie schwierig die Markteinführung ist, zeigt aber ein Pilotprojekt von Uniper in Brandenburg. Nachdem Fördergelder des Bundes ausliefen, hatte der Betreiber seine dortige Wasserstoff-Produktion ruhen lassen. Nur dank neuer Fördermittel der EU ging das Projekt im Juli in eine neue Phase, nun produziert Uniper in Falkenhagen Methan aus Ökostrom.

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August

Mit einer für energate eher untypischen Meldung schaffte Bosch im August erneut den Sprung nach ganz oben. Die Nachricht über einen neuartigen E-Motor, der die elektrische Maschine, die Leistungselektronik und das Getriebe in einem Teil kombiniert, zeigt das große Interesse unserer Leserschaft an der Elektromobilität. Außerdem unter den Top 3: Die Telekom als neuer Player im Stromvertrieb und schon zum dritten Mal das Wort "Kundenbindung".

Unser Highlight:

Bundesnetzagentur verhängt Höchststrafe gegen Energy2day

Im August setzte die Bundesnetzagentur ein klares Zeichen: Unlautere Werbung ist kein Kavaliersdelikt. 300.000 Euro soll der Münchner Energieanbieter Energy2day für rechtswidrige Werbeanrufe bei potenziellen Neukunden zahlen. Mit ihrer Entscheidung stellte die Behörde zudem klar, dass Energievertriebe in solchen Fällen auch für Subunternehmer haften. Energy2day hatte eine kaum überschaubare Vertriebsstruktur aufgebaut, für deren Vergehen die Firma nun zahlen muss.

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September

Die Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen bilden bei Erneuerbaren-Rankings traditionell die Schlusslichter. Wie die Stadt Hamburg gedenkt, das zu ändern, war die meistgelesene Meldung im September. Mit einem 5.000-Dächer-Programm will die Hansestadt ihren bisherigen Solarenergieanteil von nur 0,7 Prozent spürbar erhöhen. Treiber des Vorhabens ist übrigens auch hier ein Bündnis aus Energie- und Immobilienwirtschaft.

Unser Highlight:

Chargepoint nimmt Europageschäft auf

Bislang konnte sich in Deutschland niemand so richtig für den Aufbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos erwärmen. Auto- und Energiekonzerne sehen jeweils den Anderen in der Verantwortung. Da kommt mit Chargepoint ein US-amerikanischer Player daher, der womöglich schon bald Schwung in den Markt bringen könnte. Daimler, BMW und Siemens haben bereits ein Auge auf dessen Aktivitäten geworfen und sich sicherheitshalber finanziell an Chargepoint beteiligt.

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Oktober

Kaum eine Nachricht könnte den Wandel im Energiemarkt besser darstellen als die Namensänderung des dänischen Energiekonzerns Dong: Aus "Danish Oil and Natural Gas" wird "Ørsted". Hans Christian Oersted war ein dänischer Wissenschaftler im 19. Jahrhundert und Mitbegründer der Elektrizitätslehre. Der Namenswandel soll den Abschied Dongs von den fossilen Energien und den künftig ausschließlichen Fokus auf erneuerbare Energien darstellen.

Unser Highlight:

Eon steigt bei Cuculus ein

Die Meldung "Eon steigt bei Cuculus ein" steht sinnbildlich für die Suche der großen Energiekonzerne nach Orientierung im digitalen Energiemarkt. Die Strategie der Unternehmen bisher: Start-ups unter dem eigenen Dach entwickeln oder sich an erfolgreichen Jungunternehmen beteiligen. Die Adaption des digitalen Geschäfts läuft allerdings für Viele noch unrund, wie wenig später eine Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zeigte: Kaum ein Energieversorger erzielt bislang mit digitalen Produkten einen nennenswerten Umsatz.

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November

Was lange Zeit nur ein "Zählpunkt" war, soll ein Gesicht bekommen. Unser Jahresrückblick zeigt mehr als deutlich, dass die Branche den Kunden in den Fokus stellen will - aber Viele suchen offenbar noch den richtigen Weg zum Ziel. Traut man unserer Rückschau, gehören Mieterstrom, Elektromobilität und Bürgerbeteiligung auf jeden Fall zu den Mitteln der Wahl. Und wer obendrein noch eine Drohne bedienen kann, hat scheinbar auch die Ausgabenseite gut im Griff.

Unser Highlight:

RWE holt Gasturbinen aus der Mottenkiste

Sie gelten bei der Energiewende als unverzichtbar und doch ist ihr Betrieb aktuell ein Verlustgeschäft. Die Entscheidung von RWE, zwei im Jahr 2013 stillgelegte Gasturbinen wieder ans Netz zu bringen, steht für die Hoffnung der Branche auf bald steigende Strompreise. Händler rechnen zumindest für die Wintermonate mit einem Strompreis von über 40 Euro/MWh. Spekulationen über einen baldigen CO2-Mindestpreis dürften diese Erwartung noch verstärken und damit auch die Einsatzchancen der Gaskraftwerke.

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Dezember

Im Dezember steht erneut eine Meldung aus der Welt der Elektromobilität ganz oben auf der Leserliste. Außerdem: Ein Verfahren der Bundesnetzagentur gegen die Anbieter von Regelenergie. Die Behörde will nach eigenen Angaben einen Verdacht auf Insiderhandel und Marktmanipulation prüfen. Auf die Meldung aus Baumgarten hätten wir hingegen am liebsten verzichtet. Bei einer Explosion in der dortigen Erdgasstation kam es Mitte Dezember zu einem Todesfall und 18 Verletzten.

Unser Highlight:

Epex Spot öffnet sich der Blockchain

Zum Schluss unseres Jahresrückblicks noch ein Blick auf den Hipster unter den digitalen Trendsettern. Die Blockchain-Technologie scheint tatsächlich im Mainstream des Energiemarktes anzukommen. Zumindest hat die Energiebörse Epex Spot jetzt ein Projekt gestartet, das Blockchain-Communities den Weg in den Großhandel und womöglich der Börse selbst den Weg in die Zukunft weisen soll. Partner des Vorhabens ist LO3 Energy, jenes US-amerikanische Start-up, das mit seinem "Brooklyn Microgrid" den ganzen Hype um Blockchain im Energiemarkt überhaupt erst losgetreten hat.

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Bildquellen: Fotolia/jopix.de / EWE AG / Fotolia/jopix.de / Gazprom Germania GmbH / Livestockimages/Fotolia / Bundestag / Adwen / Bosch GmbH / Bosch / HAMBURG ENERGIE / Dong Energy / eueco GmbH / Innogy SE / EnBW
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