energate blickt zurück:
Das war das Energiejahr 2020

Auf fast 20 Jahre Firmengeschichte blickt energate inzwischen zurück, das Jahr 2020 war dabei sicherlich eines der außergewöhnlichsten. Coronapandemie, Kohleausstieg, wieder einmal eine EEG-Reform und endlich der Start des Smart-Meter-Rollouts. Das sind nur einige der Kernthemen, mit denen wir uns im zurückliegenden Jahr befassten. Mit fast 6.000 Meldungen haben wir das Energiejahr 2020 beschrieben und begleitet. Mit fast 800 Meldungen haben wir uns dabei erstmals auch ganz intensiv dem Energiemarkt in Österreich gewidmet. Pünktlich zur E-world 2020 startete der energate messenger Österreich - mit Interviews von Verbund-Chef Wolfgang Anzengruber und Oesterreichs-Energie-Präsident Leonhard Schitter.

Zur E-world im Februar schien die Welt hierzulande noch in Ordnung, dann schwappte die Coronawelle auch nach Deutschland und hat das Land bis heute fest im Griff. Die Energiebranche hat die Coronakrise wie andere Wirtschaftszweige auch kalt erwischt. Sie berappelte sich aber schnell und bewies sich selbst, dass sie Digitalisierung kann. In einer mehrteiligen Interview-Reihe begleiteten wir die Energieunternehmen in die neue digitale Arbeitswelt. Befürchtungen, dass die Coronakrise auch in den Bilanzen der Unternehmen tiefe Furchen hinterlassen wird, erwiesen sich bei den meisten Versorgern glücklicherweise als zu düstere Prognose. Die Einbrüche im ÖPNV und bei den Bäderbetrieben hinterlassen bei Stadtwerken dennoch Spuren in der Bilanz.

Eine deutlich sichtbare Spur hinterließ auch das Thema Wasserstoff in unserer Berichterstattung mit mehr als 700 Meldungen. Mit der nationalen Wasserstoffstrategie hat die Bundesregierung ihren Pfad skizziert, auf dem Deutschland eine der weltweit führenden Wasserstoffnationen werden will. Elektrolysekapazitäten mit einer Leistung von 5.000 MW sollen demzufolge hierzulande bis 2030 entstehen, bis 2035 nach womöglich nochmal 5.000 MW. Vielen ist dieser Pfad nicht ambitioniert genug. Letztlich wird die Nachfrage die Entwicklung bestimmen und zahlreiche Pilotprojekte insbesondere aus der energieintensiven Industrie lassen die Hoffnung keimen, dass sich das Wasserstoffzeitalter viel schneller etabliert, als viele heute noch vermuten.

Alles andere als schnell ging es beim Smart-Meter-Rollout. Fast zehn Jahre Vorlaufzeit waren vergangen, bis Ende Januar 2020 endlich der Startschuss fiel. 400.000 Zähler sollen demzufolge bis Ende 2022 durch intelligente Geräte ersetzen werden. Das ist kein High Speed, aber ein Anfang. Lange auf sich warten ließ auch der Startschuss für den Kohleausstieg, dieser erfolgte dann aber Anfang Dezember 2020 mit einem lauten Knall. Das Interesse an der ersten Stilllegungsrunde für Steinkohlekraftwerke war so groß, dass die Bundesnetzagentur eine deutlich höhere Kapazität für die Stilllegung bezuschlagte als vorgesehen - und zugleich zu einem deutlich niedrigeren Preis als veranschlagt. Ein Betreiber war seines Kraftwerks offenbar so überdrüssig, dass er es für 6.000 Euro pro installierter MW zur Abschaltung feilbot.

Was war sonst noch los im Energiejahr 2020? Meine Kolleginnen und Kollegen der Redaktion haben aus den rund 6.000 energate-Meldungen des Jahres 2020 für Sie diejenigen herausgefiltert, die unsere Leser am meisten interessierten. Außerdem werfen wir monatsweise einen Blick auf unsere persönlichen Highlights.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Ihr Christian Seelos
energate-Chefredakteur

Januar

Meistgelesen in diesem Monat:

BEV-Gläubiger gehen weitgehend leer aus

Nachdem die Bayerische Energieversorgungsgesellschaft (BEV) ein Jahr zuvor Insolvenz angemeldet hatte, fand im Januar 2020 die erste Gläubigerversammlung statt. Der Insolvenzverwalter machte den Gläubigern dabei nur wenig Hoffnung. Die Insolvenzquote liege voraussichtlich nur bei fünf Prozent und ihre Auszahlung könnte sich noch einige Jahre hinziehen, hieß es. BEV hatte nur die Hälfte der EEG-Umlage und Stromsteuern weitergeleitet und die übrigen Gelder zur Finanzierung des verlustreichen Betriebs verwendet.

Netze BW nutzt Sagemcom-Gateways

Nach jahrelangem Warten startete im Januar 2020 endlich der Smart-Meter-Rollout. Wenige Tage vor dem offiziellen Startschuss verkündete der baden-württembergische Verteilnetzbetreiber Netze BW, dass er dabei auf Gateways des Hamburger Herstellers Sagemcom Dr. Neuhaus zurückgreift. Das erste Gateway verbaute der Netzbetreiber am Firmenstandort der Mutterkonzerns EnBW in Karlsruhe. Der Gateway-Hersteller Sagemcom hatte im September 2019 als zweiter von drei Anbietern das erforderliche BSI-Zertifikat erhalten.

"Wir werden neue Kapazitäten benötigen"

Die Warnung vor der drohenden Stromlücke ist ein Dauerbrenner im deutschen Energiemarkt. Zu Beginn des Jahres gab die Beratungsgesellschaft Energy Brainpool den Mahner und warnte vor aufkommenden Knappheiten in der nahenden Zukunft. "Unsere Berechnungen legen nahe, dass mit dem parallelen Ausstieg aus der Kern- und Kohlekraft in den kommenden Jahren der Strommarkt auf eine Knappheit zusteuert", sagte Berater Carlos Perez Linkenheil im Interview mit energate.

Mein Highlight des Monats:

Michaela Tix
energate-Redakteurin
Foto von Michaela Tix

Startschuss für den Smart-Meter-Rollout ist gefallen

Im Januar 2020 fiel endlich der Startschuss für den verpflichtenden Smart-Meter-Rollout. Am 31. Januar veröffentlichte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) die dazu notwendige positive Markterklärung. Damit wurde die grundzuständigen Messstellenbetreiber verpflichtet, innerhalb von drei Jahren zehn Prozent der Pflichteinbauten abzuarbeiten. Laut BSI beträgt die Anzahl der Pflichteinbaufälle zunächst knapp 4 Mio. Zähler. Aufgrund der 10-Prozent-Regel müssen damit in drei Jahren 400.000 Smart-Meter-Gateways verbaut werden. Danach bleiben weitere fünf Jahre, um die vollen 100 Prozent zu erreichen. "Endlich" - so kurz und knapp, und sicherlich stellvertretend für etliche Branchenvertreter, kommentierte Arkadius Jarek, Leiter Messstellenbetrieb der Netze BW, die erfolgte Markterklärung. Erleichterung herrschte auch beim VKU: "Ab sofort können Stadtwerke von der Planungs- in die Umsetzungsphase gehen." Wie sich in einer energate-Umfrage zeigte, wollen aber die wenigsten Netzbetreiber über den Pflicht-Rollout hinausgehen.

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Februar

Meistgelesen in diesem Monat:

Erstmals 23 Stunden negative Preise an einem Tag

Aufgrund des Orkantiefs "Victoria" kam es am 16. Februar 2020 zu hohen Windstromeinspeisungen und zugleich negativen Strompreise im Börsenhandel. An dem Wintersonntag erzeugten Windkraftanlagen in der Spitze mehr als 46.000 MW Leistung. An der Börse Epex Spot waren für den 16. Februar insgesamt 23 Stundenpreise negativ, was seit Einführung der negativen Strompreise bislang noch nie aufgetreten war. Viele Häufungen negative Stundenpreise sollten im Jahresverlauf noch folgen.

100-MW-Elektrolyse für britischen Offshore-Windpark

Unter dem Titel "Gigastack" kündigte sich im Februar ein neues, großformatiges Power-to-Gas-Projekt in Großbritannien an. Der dänische Energiekonzern Örsted und der Anlagenbauer ITM Power wollen darin die Umwandlung von Offshore-Windstrom in Wasserstoff im großen Stil demonstrieren. Den Strom soll der Offshore-Windpark "Hornsea 2" liefern, der Wasserstoff soll industriellen Abnehmern an der Ostküste Englands zur Verfügung stehen.

Rexxspi-Insolvenzverwalter sucht Abnehmer für Kundenportfolio

Der Münchner Solaranlagenvermieter "RexXSPI" vermeldete im Februar seine Insolvenz. Bei dem Unternehmen handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der ehemaligen MEP Werke, die inzwischen unter dem Namen Encopia firmiert. Die Insolvenz trifft 4.500 Kunden, teilte Insolvenzverwalter Max Liebig gegenüber energate mit. Einige Woche später wurde bekannt, dass es Interessenten am Kundenportfolio von "RexXSPI" gibt. Der Ausgang blieb aber unbekannt.

Mein Highlight des Monats:

Rouben Bathke
energate-Redakteur
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Uniper wird Anbieter mobiler Schnellladesäulen

Im Februar steht für die Energiewelt bekanntlich die Messe "E-world" im Kalender, die zahlreiche Unternehmen dazu nutzen, neue Produkte und Services vorzustellen. Dabei gelang dem Energiekonzern Uniper, der bislang nicht durch besonderes Engagement im Bereich der Elektromobilität aufgefallen war, eine Überraschung. Das Düsseldorfer Unternehmen präsentierte den Prototypen einer mobilen Schnellladesäule, die dank eines integrierten Batteriespeichers ohne Netzanschluss auskommt. "Es ist nicht das Ziel von Uniper, Ladesäulenbetreiber zu werden", erklärte der Produktverantwortliche Jose Abel Cabezas Jimenez gegenüber energate. Das Angebot solle vielmehr das B2B-Produktportfolio von Uniper vervollständigen. Dass auf der gleichen Messe der Eon-Konzern gemeinsam mit Volkswagen ein ähnliches Produkt präsentierte, fand bei den energate-Lesern weniger Beachtung.

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März

Meistgelesen in diesem Monat:

Stromsperren wegen Corona auf dem Prüfstand

Der März war der Beginn der Coronapandemie in Deutschland. Der Bund der Energieverbraucher forderte zu Beginn der Krise eine Überprüfung von Strom- und Gassperren und gegebenenfalls ihre Aufhebung oder Aussetzung. Der Grund: Niemand sollte unter in der derzeitigen Pandemie ohne Strom oder Gas auskommen müssen. Die Politik und Energiebranche kamen dem Wunsch nach und setzten Sperren der Energiebelieferung vorerst aus.

Corona: Zahlungsaufschub bei Strom und Co.

Nicht nur Versorgungssperren waren zu Beginn der Coronakrise ein Thema von Politik und Energiewirtschaft. Der Lockdown brachte vielerorts Privatkunden, Gewerbetreibende und Unternehmer in Not. Die Bundesregierung beschloss daher, dass krisengeplagte Energiekunden ihre Zahlungspflicht für drei Monate aussetzen können. Die Energieunternehmen haderten zunächst mit dieser Entscheidung. Später resümierten sie aber, dass sie von der Maßnahme finanziell weniger stark betroffen waren, als zunächst befürchtet.

Exxon Mobil ernennt neuen Deutschland-Chef

Der Mineralölkonzern Exxon Mobil bestellte im März dieses Jahres einen neuen Vorstandsvorsitzenden für das Deutschlandgeschäft. Jens-Christian Senger (53) übernahm die Führung des Öl- und Gaskonzerns sowie der Esso Deutschland GmbH. Senger war seit 2016 Geschäftsführer der Exxon Mobil Production Deutschland und schaffte es mit seinem Wechsel an die Spitze gesamten Deutschland-Geschäfts von Exxon Mobil unter unsere Top 2 im Monat März.

Mein Highlight des Monats:

Stefanie Dierks
energate-Redakteurin
Foto von Stefanie Dierks

Bamberg: "Abwechselnde Quarantäne gegen den Lagerkoller"

Corona war DAS beherrschende Thema im März. Positiv war immerhin zu sehen, wie flexibel sich die angeblich doch so unbewegliche Energiebranche zeigte. So switchten viele Versorger - dort wo es ging - aufs Homeoffice um, systemrelevante Mitarbeiter wurden isoliert. Eher selten - wie bei den Stadtwerken in Bamberg und Wien - zogen dafür Mitarbeiter auch aufs Firmengelände um. Vorbereitet wurde dies aber durchaus häufiger - etwa bei der Oldenburger EWE. Tatsächlich funktionierten einige Arbeiten in der Coronapandemie aber sogar besser. So befürchteten Gasversorger zunächst, bei der Marktraumumstellung von L- auf H-Gas ausgebremst zu werden. Tatsächlich stellte es sich aber als einfacher heraus, die Kunden zu Hause zu erreichen, wenn viele sich davon in Kurzarbeit oder im Homeoffice befinden.

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April

Meistgelesen in diesem Monat:

Noch keine Lösung für Nord Stream 2 in Sicht

Die "Amerca first"-Politik von US-Präsident trägt dazu bei, den Bau der Ostseepipeline Nord Stream 2 kurz vor der Fertigstellung zur Hängepartie zu machen. Im energate-Interview beklagte Paul Corcoran, Finanzvorstand der Nord Stream 2 AG, die Folgen der US-Sanktionen gegen das Großprojekt. Der Gazprom-Tochter und ihren Investoren fehle nach mittlerweile dreimonatigem Stillstand jegliche Perspektive zur Fortsetzung des Projekts, so Corcoran. Gegen Ende des Jahres bewegten sich die Velegeschiffe zwar wieder, ob es zur Fertigstellung von Nord Stream 2 kommt, bleibt aber ungewiss.

DIHK fürchtet Anstieg der EEG-Umlage

Im April erreichten die pandemiebedingten Kontaktbeschränkungen einen ersten Höhepunkt. Da verwundert es nicht, dass die Diskussion um die Covid-Folgen auf das EEG-Umlagesystem eines der heißesten energate-Themen im April war. Um die Industrie in der Krise nicht mit steigenden Stromkosten zu belasten, plädierte der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) in einem Strategiepapier für Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. "Die gute Nachricht ist: Auch in Zeiten von Corona ist die Versorgung der Unternehmen mit Strom, Wärme und Treibstoffen sicher", sagte Sebastian Bolay, Referatsleiter beim DIHK zu energate.

Enercon und EWE gründen gemeinsames Unternehmen

Die Krise der Onshore-Windkraft in Deutschland trifft den Windradhersteller Enercon hart. Um gegenzusteuern suchte das Auricher Unternehmen unter anderem den Schulterschluss mit dem Oldenburger Regionalversorger EWE. Im April gaben die beiden die Gründung eines Joint Ventures bekannt, bei dem die EWE die Federführung innehaben soll. Das neue Unternehmen soll Windparks entwickeln und betreiben. Enercon bringt seinen Bestand an laufenden Eigenanlagen ein. Insgesamt soll das Gemeinschaftsunternehmen über eine Projektpipeline im Umfang von 2.300 MW verfügen.

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Philip Akoto
energate-Redakteur
Foto von Philip Akoto

Mainova-Chef: Neue Routine in Coronazeiten

energate nutzte die besondere Zeit, um mit zahlreichen Stadtwerkechefs in einer Interview-Reihe über den Arbeitsalltag unter Corona-Bedingungen und die Folgen der Pandemie zu sprechen. Ein lesenswertes Beispiel aus dem Monat April ist der Erfahrungsbericht von Mainova-Chef Constantin Alsheimer, der erläuterte, wie schnell Mainova und andere Kommunalversorger neue Routinen etabliert haben, um die Daseinsvorsorge sicherzustellen. "Zutrittsbeschränkungen, Sitzabstände in den Büros und online durchgeführte Gremiensitzungen gehören inzwischen zum Alltag", gab er Einblicke in eine Arbeitswelt, die inzwischen Normalität geworden sind. Das Thema Kurzarbeit, das zwischenzeitlich machnerorts auch für den Energiesektor in Erwägung gezogen wurde, wurde zum Glück kein Massenphänomen.

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Mai

Meistgelesen in diesem Monat:

Preiseinbruch kommt im HKN-Markt an

Der coronabedingte Preisrutsch im Energiehandel erreichte im Mai auch den Handel mit Herkunftsnachweisen (HKN). Die Stadtwerke Unna nutzten die Gelegenheit und kauften über die Plattform "Colourful Energy" Nachweise für das Lieferjahr 2021 ein. Der Abschluss zählte zu den ersten, seitdem die noch junge Plattform im Februar auf der Fachmesse "E-world" in die Vertriebsoffensive ging. Die Coronapandemie habe die Akquise zwischenzeitlich durchaus erschwert, erläuterte die Geschäftsführerin der Arcanum Energy Solutions, Vera Schürmann, gegenüber energate.

Frist für "Flexprämie" verlängert

Die Bundesregierung muss in der Coronakrise viele Löcher stopfen. Auch bei der Biogasbranche wurde sie tätig und verlängerte die Frist für die Flexibilitätsprämie von Biogasanlagen um acht Monate verlängert. Diese Frist wäre eigentlich Ende November ausgelaufen. Die Fristverlängerung fand sich im Entwurf der kleinen EEG-Novelle wieder. Die Branche beklagte zahlreiche coronabedingte Verzögerungen, sodass vielen Projekten eine Überschreitung der Frist drohte und damit der Verlust der Prämie.

Wasserstoffstrategie: Bundesregierung konkretisiert Zielvorgaben

Im Jahr 2030 sollen mehr als zehn Prozent des in Deutschland verbrauchten Wasserstoffs aus mit Ökostrom betriebenen Produktionsanlagen kommen. Das ging aus einer Version der "Nationen Wasserstoffstrategie" hervor, die energate Anfang April zuging. Darin heißt es, die Bundesregierung gehe für das Jahr 2030 von einem Wasserstoffbedarf von 90 bis 110 Mrd. kWh in Deutschland aus. 14 Mrd. kWh davon sollen laut Papier aus hierzulande produziertem grünem Wasserstoff gedeckt werden.

Mein Highlight des Monats:

Mareike Teuffer
energate-Redakteurin
Foto von Mareike Teuffer

Weniger Isolationsbetrieb bei Versorgern

Im Mai hielten die Energieunternehmen vor dem Hintergrund der Coronakrise ihre Sicherheitsvorkehrungen weiter hoch. Allerdings hatte ein Großteil der Versorger mittlerweile bereits festgestellt, dass die ganz extremen Maßnahmen - wie etwa eine Kasernierung - nicht notwendig waren. So wurde die freiwillige Isolation von Mitarbeitern zur Sicherung der Versorgung im Mai deutlich seltener. Die Stadtwerke Bamberg hatten Ende März zwölf Mitarbeiter isoliert, Ende April hob das Unternehmen die Maßnahmen dann wieder auf. Der Aufwand, eine solche Isolation zu organisieren, sei sehr hoch gewesen, erklärte der Versorger im Gespräch mit energate. Bei der österreichischen Wien Energie waren sogar rund 50 Mitarbeiter in freiwilliger Isolation, auch hier endete die Vorsichtsmaßnahme nach vier Wochen. Stattdessen reichte es vielfach aus, Mitarbeiter in feste Teams einzuteilen, die sich nicht durchmischen. Ergänzend schafften Versorger Schutzkleidung an und festigten die allgemeinen Hygiene- und Abstandsregeln in der täglichen Arbeit.

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Juni

Mein Highlight des Monats:

Nabila Lalee
energate-Redakteurin
Foto von Nabila Lalee

Neue KFZ-Steuer: CO2-Ausstoß wird teurer

Fahrer von CO2-intensiven Autos müssen tiefer in die Taschen greifen. Wie der Bundestag im Juli beschloss, erhöht sich die KFZ-Steuer je Gramm CO2 auch oberhalb der bis dato geltenden Grenze von 95 Gramm. Das heißt: Ab 2021 gilt ein Aufschlag von 2 Euro für jedes weitere ausgestoßene Gramm CO2. Auch den Umstieg auf emissionsärmere Benziner und Dieselfahrzeuge will der Bund fördern: PKW mit einem CO2-Ausstoß bis 95 Gramm pro Kilometer erhalten bis zu fünf Jahre lang eine Steuervergünstigung von 30 Euro pro Jahr. Fahrer von E-Autos hingegen profitieren von einer Verlängerung der Steuerbefreiung. Kritik für die Reform kommt von den Grünen. Der CO2-Preis sei weiterhin zu niedrig und damit wirkungslos.

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Juli

Mein Highlight des Monats:

Daniel Zugehör
energate-Redakteur
Foto von Daniel Zugehör

Karliczek: 100 Mio. Euro für Batterien "made in Germany"

Der Bund stellte im Juli weitere 100 Mio. Euro für die Erforschung von Batterien bereit. Mit dem Geld sollen unter anderem vier neue Forschungsverbünde entstehen. Bundesforschungsministerin Anja Karliczek sieht in Batterien eine Schlüsseltechnologie für die Mobilität, die Energiespeicherung oder für industrielle Anwendungen. Die Verbünde sollen demnach zu Produktion, Nutzungskonzepten, Qualitätssicherung und Recycling forschen. Deutschland habe hier in den vergangenen Jahren bereits aufgeholt und sei mittlerweile wieder "im besten Sinne ein Hotspot in der Batterieforschung", betonte die Ministerin. Im Jahr 2019 hatte die Entscheidung für den Bau einer Batterieforschungsfabrik in Münster, unweit des Wahlkreises Karliczeks für Unmut gesorgt.

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August

Mein Highlight des Monats:

Christian Seelos
energate-Chefredakteur
Foto von Christian Seelos

Tesla erwägt offenbar Stromvertrieb in Deutschland

Der Elektroautopionier Tesla wird selbst zum Stromlieferanten. Im August wurde bekannt, dass die Kalifornier dazu hierzulande eine Kundenbefragung durchführen. Vorbild für den Markteinstieg in Deutschland könnten die britischen Aktivitäten sein. Dort bietet Tesla zusammen mit dem Versorger Octopus Energy Kunden, die über eine Photovoltaikanlage und einen Tesla-Heimspeicher verfügen, bereits einen speziellen Stromtarif an. Dabei handelt es sich um einen variablen Ökostromtarif ohne feste monatliche Gebühr. Zugleich will Tesla die Kunden des Tarifs zu einem Netzwerk zusammenschließen, also zu einer Art virtuellem Kraftwerk. Zu welchem Ergebnis die Befragung der deutschen Tesla-Kunden geführt hat, ist offen. Der britische Partner Octopus Energy startete im November jedenfalls eigene Vertriebsaktivitäten in Deutschland.

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September

Mein Highlight des Monats:

Karsten Wiedemann
energate-Redakteur
Foto von Karsten Wiedemann

Shell vollzieht Wandel zum Ökostromanbieter

Eine Meldung mit Nachhall: Der Öl-Multi Shell verkündete im September seinen Stromvertrieb an Privat- sowie kleine Gewerbekunden deutschlandweit komplett auf regenerative Energie umzustellen. Dabei setzt das britisch-niederländische Unternehmen auf zertifizierten Ökostrom aus norwegischen Wasserkraftwerken. Mit dem Schwenk will die Tochter des Mineralölkonzerns im Neukundengeschäft weiter wachsen. "Wir haben ambitionierte Wachstumsziele", sagte ein Konzernsprecher zu energate. Die Shell-Gruppe will das Stromgeschäft als vierte Säule neben dem traditionellen Kerngeschäft bis 2035 signifikant ausbauen. Zum Start der Umstellung auf Ökostrom firmiert die Vertriebssparte "Shell PrivatEnergie" um. Sie heißt nunmehr - wie die gesamte Deutschlandsparte - Shell Energy. Die neue Shell Energy Retail GmbH ist eine 100-prozentige Shell-Tochter und Teil der Erneuerbaren-Sparte "Shell New Energies". Letztere ist ein zentraler Baustein der langfristigen Dekarbonisierungsstrategie des Mutterkonzerns, der bis 2050 Klimaneutralität anstrebt.

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Oktober

Mein Highlight des Monats:

Thorsten Czechanowsky
energate-Redakteur
Foto von Thorsten Czechanowsky

Rotterdam holt grünen Wasserstoff aus Island

Der Rotterdamer Hafen hat sich in diesem Jahr sehr umtriebig gezeigt, was die Erschließung von Importquellen für grünen Wasserstoff betrifft. Mit Island hat der Hafenbetrieb unter der Leitung des ehemaligen Shell-Managers Allard Castelein ein Land aufgetan, das bisher nicht als Energieversorger für das europäische Festland aufgetreten ist. Die staatliche Energiegesellschaft Landsvirkjun setzt auf den frühen Zugang zum stark wachsenden Wasserstoffmarkt. Das Unternehmen hat ein erstes Elektrolyse-Projekt am Wasserkraftwerk Ljosifoss auf den Weg gebracht. Aus Sicht von Castelein ist Island damit in der Lage, künftig grünen Wasserstoff zu wettbewerbsfähigen Preisen zu produzieren. Der Rotterdamer Hafen will für sich eine Position schaffen, die vergleichbar ist mit der heutigen Bedeutung als Ölhafen. Eine erste Wasserstoffkooperation für den Transport nach Rotterdam hatte die niederländische Regierung kurz zuvor mit Portugal vereinbart.

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November

Mein Highlight des Monats:

Carsten Kloth
energate-Redakteur
Foto von Carsten Kloth

Energiewirtschaft gewinnt Streit um 450-MHz-Funkfrequenzen

Lange schwelte der Konflikt innerhalb der Bundesregierung um die freiwerdenden Funkfrequenzen im 450-Megahertz-Bereich. Während Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) sie für die Energiewende sichern will, forderte Innenminister Horst Seehofer (CSU) sie für die Sicherheitskräfte ein. Inzwischen liegt eine Entscheidung der Bundesnetzagentur vor: Die Frequenznutzungsrechte im Bereich 450 MHz werden vorrangig für Anwendungen kritischer Infrastrukturen bereitgestellt. Die Bedarfe von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben würden soweit möglich berücksichtigt. Dies gilt auch für die Bundeswehr. Sicherheitskräfte sollen also nachrangig zugreifen können. Anwendungen kritischer Infrastrukturen haben aber Priorität, heißt es in der Begründung. So könnten die Weichen für die Digitalisierung der Energiewende gestellt werden.

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Dezember

Meistgelesen in diesem Monat:

EWE übernimmt Fresh Energy

Die Suche nach dem Mehrwert beim Smart Metering beantwortet der Oldenburger Energieversorger EWE mit der Übernahme von Fresh Energy. Das 2016 unter dem Dach von Innogy gestartete Start-up vermarktet ein White-Label-Produkt, das Kunden von Energieversorgern eine gerätescharfe Aufschlüsselung des Stromverbrauchs ermöglicht. Die EWE AG will die Kompetenzen von Fresh Energy nun für das eigene Vertriebsportfolio nutzen.

Fortuna nimmt Verlegearbeit an Nord Stream 2 auf

Am 11. Dezember setzten nach fast einem Jahr Pausen die Arbeiten an der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 wieder ein. Ende 2019 zog die Schweizer Firma Allseas unter dem Druck der US-Sanktionen ihre Verlegeschiffe ab. Nun setze das russische Schiff Fortuna die Verlegearbeiten in deutschen Küstengewässern fort. Ob es auch in den tieferen dänischen Gewässern weitergeht, war zum Jahresende ungewiss. Die "Akademik Cherskiy", ein zweites größeres Verlegeschiff, durchkreuzte jedenfalls schon seit längerem die Ostsee zwischen Rügen und Kaliningrad.

Verteilnetze sind Blackbox für Bundesregierung

Die Verteilnetze sind das Rückgrat der dezentralen Energiewende. Das betonen Regierungsvertreter immer wieder. Wie sich Anfang Dezember auf Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion aber zeigte, weiß die Regierung selbst recht wenig über den Zustand der Verteilnetze. Bei den Fragestellern löste das gehörigen Unmut aus. Mit Milliardenbeträgen hantieren, die in die Netze investiert werden müssten, aber nichts über deren wirklichen Zustand zu wissen, sei ein Unding, so die Kritik.

Mein Highlight des Monats:

Artjom Maksimenko
energate-Redakteur
Foto von Artjom Maksimenko

RWE, Uniper und Vattenfall erfolgreich in Steinkohle-Auktionen

Am 1. Dezember fiel der Startschuss für den Kohleausstieg in Deutschland. Die Bundesnetzagentur gab die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für den Steinkohleausstieg bekannt. Bereits im kommenden Jahr gehen demnach unter anderem das Kraftwerk Moorburg von Vattenfall, das Kraftwerk Heyden von Uniper sowie die Kraftwerke Westfalen und Ibbenbüren von RWE vom Netz. Die Zuschlagssummen lagen dabei teilweise deutlich unter den möglichen Maximalgeboten von 165.000 Euro/MW. Das niedrigste Gebot lag sogar bei nur 6.000 Euro/MW. Ein deutliches Zeichen, dass der ein oder Kraftwerksbetreiber froh ist, sich von seiner Anlage trennen zu können. Insgesamt gehen nach der ersten Auktionsrunde Kraftwerke mit einer Leistung von 4.700 MW vom Netz, 700 MW mehr als ursprünglich vorgesehen.

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