energate blickt zurück:
Das war das Energiejahr 2018

Das Jahr 2018 bei

Mehr als 5.000 Nachrichten, Hintergrundberichte und Interviews hat die energate-Redaktion mit ihren Standorten in Essen und Berlin im Jahr 2018 für Sie verfasst. Geprägt war das Energiejahr 2018 vor allem vom fortschreitenden Umbau der Unternehmenslandschaft und der weiteren Aufspaltung der großen Energiekonzerne. Politisch tat sich lange nichts, dann kam die Kohlekommission, wollte ihre Arbeit vollenden, durfte aber nicht. Ein Sinnbild für die Energiepolitik und irgendwie auch den Fortschritt der Energiewende im Jahr 2018.

Zu den unternehmerischen Aufregern des Jahres gehörte allem voran die geplante Aufteilung von Innogy durch RWE und Eon. Ein Deal, der RWE zum größten deutschen Stromproduzenten und Eon zum größten regionalen Netzbetreiber macht. Auch die Zukunft des Kraftwerksbetreibers Uniper, der vom finnischen Energiekonzern Fortum übernommen wurde, und der Gashandelsgesellschaft Wingas, die vom Eigentümer Gazprom auf links gedreht wird, waren viel diskutierte Themen. Der Abgang des langjährigen Wingas-Vertriebsgeschäftsführers Ludwig Möhring war eine der meistgelesenen energate-Meldungen im Jahr 2018.

Während einige etablierte Unternehmen um ihre Zukunft bangen, bescherte das Jahr 2018 manch anderem das Aus. Bei Solarworld hatte sich das schon lange angedeutet. Einst einer der weltgrößten Solarmodulhersteller, dessen Höhenflug im Jahr 2008 in einem Übernahmeangebot für den Autobauer Opel gipfelte, stellte Solarworld im September 2018 endgültig die Produktion ein. Der Stern des schillernden Firmengründers Frank Asbeck erlosch damit ebenso. Vorausgegangen war die zweite Insolvenz binnen kurzer Zeit. Dieses Schicksal ereilte im zurückliegenden Jahr auch einige andere Energiefirmen, vor allem Vertriebsgesellschaften wie Eveen, Enversum oder Enerco.

Politisch war 2018 ein weitgehend verlorenes Jahr. Erst zog sich die Regierungsbildung hin. Dann überschatteten etliche Streitereien zwischen und in den Koalitionsparteien CDU, CSU und SPD die eigentliche Regierungsarbeit. Im Sommer nahm dann zwar die sogenannte Kohlekommission ihre Arbeit auf, abschließen durfte sie diese auf Geheiß von Kanzlerin Angela Merkel, und diese wiederum auf Geheiß mehrerer Ministerpräsidenten, aber nicht. Bundesumweltministerin Svenja Schulze reiste mit leeren Händen zur UN-Klimakonferenz nach Kattowitz und verdeutlichte damit einmal mehr, wie weit sich Deutschland inzwischen von der Rolle des Klimaschutzvorreiters entfernt hat.

Wie verloren das Jahr 2018 energiepolitisch war, zeigt auch der Umstand, dass es Energieminister Peter Altmaier bis zum Jahresende nicht gelang, einen parlamentarischen Staatssekretär zu berufen, der die losen Enden der Energiepolitik zusammenführt. Gehandelt wurden viele Kandidaten, gefragt wurden offenbar einige, nur gewollt hat niemand. Bei dieser Regierung dauert alles etwas länger. Aus dem ursprünglichen 100-Tage-Gesetz, das einzige energiepolitische Gesetzespaket, das die Regierung im Jahr 2018 auf den Weg brachte, wurde am Ende ein 265-Tage-Gesetz und die Branche klagt, dass das Paket trotzdem Vieles offen lässt.

Für unseren Jahresrückblick haben wir aus den mehr als 5.000 energate-Meldungen des Jahres 2018 für Sie nochmals diejenigen herausgefiltert, die unsere Leser am meisten interessierten. Außerdem werfen wir einen Blick auf unsere persönlichen Highlights des Jahres.

Januar

2018 startete wie das Vorjahr endete: mit Spekulationen über die Zukunft der Energiekonzerne. Nach der Übernahme von Uniper durch Fortum, wogegen sich die Düsseldorfer vergeblich wehrten, stand die Frage im Raum: Wie geht's weiter? Ein Interview mit einem Unternehmensberater zur Zukunft von Uniper schaffte es auf Platz 1 der Leserhits im Januar. Außerdem vorne in der Gunst: Die Investorensuche des Speicherherstellers Caterva und der geplante Kohleausstieg der Deutschen Bahn, den DB-Energie-Chef Hans-Jürgen Witschke im Interview mit energate skizzierte.

Meistgelesen in diesem Monat

Kübler: "Die Zerschlagung von Uniper ist die wahrscheinlichste Option"

Berlin - Das Übernahmeangebot von Fortum an die Uniper-Aktionäre läuft am 2. Februar aus. Bisher ist das Interesse der Aktionäre gering, aber Eon wird seinen Anteil von knapp 47 Prozent zum festgelegten…


Caterva nach Insolvenzantrag auf Investorensuche

München/Pullach - Der Speicherhersteller Caterva hat wegen drohender Zahlungsschwierigkeiten ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung eingeleitet. Das Amtsgericht München habe einem entsprechenden Antrag stattgegeben…


Bahn lässt Kohlestromverträge auslaufen

Frankfurt - Die Deutsche Bahn arbeitet an ihrem Kohleausstieg und wird unter anderen den 2018 auslaufenden Vertrag mit dem Steag-Kohlekraftwerk in Lünen beenden…

Das Highlight des Monats

Uniper bietet Gas-Flatrate für Endkunden

Uniper-Energy-Sales-Chef Gundolf Schweppe kündigte im Januar im Interview mit energate die erste Flatrate für Erdgas an. In der Telekommunikation sind sie längst Standard, im Energiemarkt wirken Flatrates angesichts der Energiesparambitionen aber noch immer befremdlich. Uniper beugt ausufernder Verbräuche vor, indem das Unternehmen Kunden, die einen Verbrauchskorridor einhalten, einen Bonus zahlt. Zudem schränkt das Unternehmen unerwartete Mehrverbräuche ein, indem die Gasflatrate nur Kunden mit einem Jahresverbrauch von maximal 100.000 kWh offensteht.

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Februar

Ein Knaller zur E-world im Februar: Der langjährige Wingas-Vertriebsgeschäftsführer Ludwig Möhring wird Opfer des Durchgriffs von Gazprom beim Kasseler Gashändler. Die Personalie war aber nur ein Baustein eines heftigen Umbruchs bei Wingas und den anderen Gazprom-Gesellschaften. Noch immer ist unklar, wie der russische Gasgigant seine europäischen Aktivitäten neu sortieren will. Die verbliebenen Mitarbeiter in Kassel bangen weiter um ihre Zukunft. Außerdem eine der Top-Meldungen im Februar: Der Abgang von Robert Hienz als Chef von Eon Energie Deutschland.

Meistgelesen in diesem Monat

Gazprom entlässt Wingas-Geschäftsführer Möhring

Kassel - Unerwartet hat der russische Konzern Gazprom die Geschäftsführung der deutschen Tochter Wingas ausgewechselt, wie am Rande der Energiemesse "E-world" bekannt wurde. Viele Vertreter der Branche zeigten sich vor allem über die plötzliche Entlassung von Ludwig Möhring überrascht, der als "Gesicht der deutschen Gaswirtschaft" gilt…


Gazprom gibt sich neue Holdingstruktur für Europa

Berlin /Moskau - Der russische Energiekonzern Gazprom zentralisiert die Steuerung seiner wesentlichen Beteiligungen in Nordwesteuropa in einer neuen Holding…


Eon: Ossadnik übernimmt für Hienz

München - Robert Hienz, Geschäftsführer von Eon Energie Deutschland, verlässt mit sofortiger Wirkung das Unternehmen. Er wolle sich neue berufliche Perspektiven eröffnen…

Das Highlight des Monats

Chinesen dürfen bei 50 Hertz einsteigen

So vermeldete es zumindest das Bundeskartellamt im Februar. Der oberste Dienstherr der Behörde, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, fügte dieser Nachricht aber ein "nicht" an. Denn ein Einstieg Chinas bei einer kritischen Infrastruktur wie dem Stromübertragungsnetz stieß bei der Bundesregierung auf wenig Gefallen. Die China State Grid Corporation legte für eine 50-Hertz-Beteiligung zwar eine üppige Summe auf den Tisch. Der Bund überzeugte den belgischen Mehrheitseigner aber, von seinem Vorkaufsrecht Gebrauch zu machen. Ein zweites Mal gelang dies nicht. Am Ende gehört heute ein Teil von 50 Hertz der staatlichen KFW-Bank.

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März

Insolvenzen gehören fast schon traditionell zu den begehrtesten Nachrichten bei energate. Im März war das beim Hamburger Strom- und Gasanbieter Enversum der Fall. Überraschend kam dessen Bekanntmachung aber nicht: Schon im Vorjahr hatte dieser seine Kunden schriftlich um Vertragsauflösung gebeten. Die Übernahme der Deutschen Energieversorgung GmbH (DEV) mit deren Marke Senec durch EnBW schaffte es im März genauso unter die Top 3 wie der kurz darauf vollzogene Wechsel von CDU-Politiker Thomas Bareiß ins Bundeswirtschaftsministerium.

Meistgelesen in diesem Monat

Energieanbieter Enversum ist insolvent

Hamburg - Der Hamburger Strom- und Gas-Anbieter Enversum ist insolvent. Das Amtsgericht Hamburg hat das Insolvenzverfahren eröffnet und den Anwalt Dietmar Penzlin der Kanzlei Schmidt-Jortzig Petersen Penzlin zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt…


EnBW schluckt Heimspeicher-Marke Senec

Karlsruhe/Leipzig - Die Stromspeicher-Marke Senec wird Teil von EnBW. Der Karlsruher Energiekonzern hat jetzt die Komplettübernahme der Deutsche Energieversorgung GmbH (DEV) bekannt gegeben. Das Leipziger Unternehmen hinter der Marke soll eigenständig fortbestehen…


Gerücht: Altmaier will Bareiß ins Wirtschaftsministerium holen

Berlin - Der designierte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will Gerüchten zufolge Thomas Bareiß als parlamentarischen Staatssekretär in sein neues Ministerium berufen. Bareiß ist seit 2014 energiepolitischer Beauftragter der Unionsfraktion und gehörte der Sondierungsgruppe an, die mit der SPD das Energie- und Klimakapitel des Koalitionsvertrages aushandelte…

Das Highlight des Monats

Eon und RWE einigen sich über Innogy-Übernahme

Unstreitbar das Highlight des Jahres: Der Umbruch im deutschen Energiemarkt findet seinen vorläufigen Höhepunkt. Nachdem aus Eon und RWE zunächst Eon, Uniper, RWE und Innogy wurden, werden nun aus vieren wieder drei. RWE und Eon teilen sich Innogy auf und damit auch ihre bisherigen Aktivitäten im Energiemarkt. Eon macht in Netze und Vertrieb, RWE in Erzeugung und hat nun auch wieder eine grüne Zukunft. An die denkt zum Jahresende aber kaum jemand. Zu lebendig sind noch die Bilder aus dem Hambacher Forst.

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April

Im April landete wieder eine Insolvenz auf den Top-Platz, diesmal aber deren Ende. Schwedische Investoren übernahmen den bayerischen Batteriespeicherhersteller Caterva und sicherten diesem damit die Zukunft. Wie Zukunft geht, kann sich BMW-Vorstand Klaus Fröhlich künftig als Aufsichtsrat von Eon anschauen. Dieser reagierte auf die Energiewende mit einer zweifachen Aufspaltung - ein Schritt, der den Autobauern womöglich noch bevorsteht. Außerdem: Was im März noch als "Eilreform" galt, zog sich im Koalitionsstreit bis Jahresende hin.

Meistgelesen in diesem Monat

Schweden übernehmen Batteriespeicherhersteller Caterva

Pullach - Ein schwedischer Investor übernimmt den bayerischen Batteriehersteller Caterva. Für rund 1,4 Mio. Euro kauft Alelion Energy Solutions Caterva aus dem Insolvenzverfahren…


BMW-Vorstand wird Eon-Aufsichtsrat

Essen - Der BMW-Vorstand Klaus Fröhlich steht vor dem Einzug in den Aufsichtsrat des Energiekonzerns Eon. Der Nominierungsausschuss des Kontrollgremiums schlägt den Manager für die Wahl in den Aufsichtsrat vor…


Eilreform von EEG und KWKG nimmt Fahrt auf

Berlin - Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) will die eilbedürftigen Änderungen am EEG, KWK-Gesetz und Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) am 9. Mai gebündelt ins Kabinett bringen. Das zeigt ein Referentenentwurf seines Hauses, der der energate-Redaktion vorliegt…

Das Highlight des Monats

Netzreservebedarf geht zurück

In Deutschland muss Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schon mit Milliarden-Subventionen locken, damit sich die Industrie auf das Abenteuer Batteriezellenfertigung einlässt. In Schweden legte Northvolt hingegen im April den Grundstein für ein Zellwerk. Zwar fließen auch dort Fördergelder, mit etwas mehr als 50 Mio. Euro aber doch in vergleichsweise überschaubarem Umfang. Inzwischen hat Northvolt mit Vattenfall, Siemens und ABB prominente Partner gefunden. Künftig wollen sie in Schweden Batterien für 400.000 Elektroautos pro Jahr produzieren.

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Mai

Die Pläne von RWE und Eon zur Aufspaltung von Innogy waren auch im Mai das Thema. Eon gab bekannt, bei Innogy die volle Kontrolle übernehmen zu wollen. Standorte stehen bei Innogy genauso infrage wie bei Wingas, einer weiteren Top-Meldung im Mai. In Kassel schieden im Jahresverlauf über 170 Mitarbeiter aus, bei Innogy werden es weitaus mehr sein. Eigentlich genug der schlechten Nachrichten, doch zusätzlich wurde bekannt, dass in Niedersachsen die Kartellbehörde gegen Innogy & Co. ermittelt wegen überhöhter Preise in der Grundversorgung.

Meistgelesen in diesem Monat

Innogy-Übernahme: Eon plant Squeeze-out

Essen - Der Energiekonzern Eon hat mit dem formalen Angebot an die Aktionäre von Innogy weitere Einzelheiten zur geplanten Übernahme bekanntgegeben. Demnach plant das Unternehmen, die verbleibenden Aktionäre, die das Angebot nicht annehmen wollen, durch einen Squeeze-out aus dem Unternehmen zu drängen…


Wingas-Standort Kassel soll schrumpfen

Kassel - Wingas will in Kassel einem Zeitungsbericht zufolge 130 bis 200 Stellen streichen. Angeblich sollen die Stellen nach Berlin, dem Sitz der Muttergesellschaft Gazprom Germania, verlagert werden. In Kassel sollen nur noch die Vertriebseinheiten ihren Sitz haben…


Eon und Innogy im Visier der Wettbewerbshüter

Hannover - Die Landeskartellbehörde Niedersachsen hat Verfahren gegen zehn Energieversorger eingeleitet. Die Unternehmen stehen im Verdacht, im Grundversorgungstarif missbräuchlich überhöhte Preise von ihren Strom- und Gaskunden zu verlangen…

Das Highlight des Monats

Daimler stellt Produktion von Heimspeichern ein

Die Fortsetzung des April-Highlights: Während in Schweden der Aufbau einer Batteriezellenfertigung gestartet ist, fährt die deutsche Autoindustrie ihr Engagement im Batteriegeschäft zurück. Die Tochter Mercedes-Benz Energy sah keine Wirtschaftlichkeit mehr für die Produktion von Heimenergiespeichern auf Basis automobiler Batteriesysteme. Künftig will sich das Unternehmen auf die Entwicklung von stationären Großspeichern konzentrieren. Damit setzt sich das Auf und Ab von Daimler am Batteriestandort Kamenz, wo die Stuttgarter auch schonmal Batteriezellen fertigten, fort.

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Juni

Insolvenzen locken unsere Leser scheinbar immer, selbst wenn man die betroffene Firma gar nicht wirklich kennt. Die Energieagenten Versorgungs GmbH verkündete im Juni ihr Scheitern, wovon vor allem Kunden der Marke "Savero Energie" betroffen waren. Zuvor hatten dem Unternehmen bereits mehrere Netzbetreiber den Netzzugang gesperrt. Immer beliebt sind Personalien, Beispiel TWL im Juni. In dem Monat deutete sich auch erstmals der Umbruch im deutschen Windmarkt an. Die Ausschreibungen und ihre Konstruktionsfehler zeigen Wirkung.

Meistgelesen in diesem Monat

"Die Energieagenten Versorgungs GmbH" ist insolvent

Troisdorf - Der Energieanbieter "Die Energieagenten Versorgungs GmbH" ist insolvent. Der Antrag wurde beim Amtsgericht Bonn gestellt, ein entsprechendes Insolvenzverfahren wurde am 7. Juni eröffnet…


TWL tauschen kompletten Vorstand aus

Ludwigshafen - Die Technischen Werke Ludwigshafen (TWL) haben sich von beiden Vorständen, Reiner Lübke und Hans-Heinrich Kleuker, getrennt. Meinungsverschiedenheiten zu dem Gründerprojekt "Freischwimmer" haben offenbar zum Bruch geführt…


Windrad-Hersteller reagieren auf Ausschreibungsdruck

Düsseldorf - Die Windrad-Hersteller müssen sich auf den Preisdruck der Ausschreibungen einstellen. Die in der jüngsten Ausschreibung durchschnittlich aufgerufenen 5,73 Cent/kWh dürften wohl nur eine kleine Verschnaufpause sein, sagte Egbert Terholsen vom Hersteller Enercon auf dem "10. Branchentag Windenergie NRW"…

Das Highlight des Monats

Blockchain ist kein Game-Changer

2018 war auch das Jahr der Entmystifizierung der Blockchain. Während die Technologie in den beiden Vorjahren quasi in aller Munde war, ebbte der Hype im zurückliegenden Jahr etwas ab. Der Praxistest steht an und auf dessen Basis reguliert sich die Hysterie wieder herunter. Blockchain steht im Energiemarkt vielmehr für Evolution statt für Revolution, so das Ergebnis einer Analyse der KFW-Ipex-Bank. Vor allem im Handel - im Großen wie im Kleinen - könne die Technologie spürbar die Kosten senken, ohne aber alles auf den Kopf zu stellen, so das Fazit.

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Juli

Wieder ist eine Insolvenz die meistgelesene Meldung, diesmal Eveen, ein durchaus größerer Anbieter. Die Investorensuche läuft, erste Interessenten haben sich offenbar schon gemeldet. Auch BMW tüftelt an der Zukunft und macht seine Fahrzeuge fit für zusätzliche Einnahmen im Strommarkt. Ob es dazu wirklich im großen Stil kommt, bleibt abzuwarten. Einst sollten auch Kühlschränke zur Stabilität im Stromsystem beitragen. Die Idee scheiterte an der Realität. Autobatterien dürften aufgrund ihrer größeren Kapazität da schon interessanter sein.

Meistgelesen in diesem Monat

Energieanbieter Eveen ist insolvent

Hannover - Der genossenschaftlich organisierte Energievertrieb "e:veen" aus Hannover hat Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. Als Grund für die Zahlungsunfähigkeit führt das Unternehmen "stark gestiegene Energiepreise" an…


Kolling: "Unsere Fahrzeuge werden rückspeisefähig"

München - Der Autobauer BMW positioniert sich mit dem Hochlauf der Elektromobilität zunehmend im Feld der Energiedienstleistungen. Das Unternehmen poolt und vernetzt etwa Speicher sowie Verbraucher und stattet seine Werke mit eigenen Erzeugungsanlagen aus. Mit Joachim Kolling, Head of BMW Energy Services, sprach energate über die Pläne…


Entso-E droht Serbien mit Sanktionen

Brüssel - Die Ursache der Frequenzabweichungen im europäischen Stromverbundnetz ist nicht behoben. Deshalb gingen Anfang Juli erneut digitale Uhren falsch, die über das Stromnetz gesteuert werden…

Das Highlight des Monats

Entso-E droht Serbien mit Sanktionen

Mit Sicherheit die kurioseste Meldung des Jahres und in der Lesergunst auf Platz 3: Europaweit gingen Digitaluhren nach, weil auf dem Balkan Strom verschwand. Vor allem Radiowecker und Backofenuhren, deren Zeitangabe sich an der Stromfrequenz orientiert, hinkten ihrer Zeit hinterher. Ursache war, dass der kosovarische Netzbetreiber KOSTT Strom aus dem europäischen Netz bezog, diesen wegen eines Streits mit Serbien aber nicht wieder ausglich. So fehlten zwischenzeitlich fast 120 Mio. kWh Strom. Das Problem schien zu Beginn des Sommers behoben, flammte dann aber doch wieder auf, sehr zum Ärger der europäischen Übertragungsnetzbetreiber.

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August

Im vergangenen Jahr gehörte der Start des Stromvertriebs durch die Telekom zu den Top-Meldungen. Ein Jahr später lässt die Telekom wieder aufhorchen, diesmal aber mit dem Aus des Stromvertriebs. Das verkündete das Unternehmen zwar nicht offiziell, das Online-Portal für den Telekom-Strom ist aber seit Monaten außer Funktion. Ein weiteres Highlight im August: Ein Interview mit dem neuen EWE-Chef Stefan Dohler. Eher ein "Lowlight": Windverbandschef Hermann Albers warnt vor einem Absturz der Windindustrie wie ihn die Solarindustrie bereits erlebt hat.

Meistgelesen in diesem Monat

Deutsche Telekom stoppt Stromvertrieb

Bonn - Der Einstieg der Deutschen Telekom in den Stromvertrieb scheint gescheitert. Vor einem Jahr hatte das Bonner Unternehmen testweise ein Onlineportal für die Akquise gestartet. Inzwischen steht…


Dohler: EWE kein Global Player

Essen/Oldenburg - Der Vorstandsvorsitzende des Energieversorgers EWE, Stefan Dohler, stellt im Zuge des eingeleiteten Strategieprozesses die Themen Regionalität und Kundennähe in den Mittelpunkt. Er sei der Überzeugung, "dass das Herz der EWE in der Region schlägt"


Albers warnt: Enercon könnte nur der Anfang sein

Berlin - Der Präsident des Bundesverbandes Windenergie (BWE), Hermann Albers, warnt vor dem Verlust weiterer Arbeitsplätze in der deutschen Windindustrie. "Wir sehen eine wesentliche Veränderung in der Akteursstruktur"…

Das Highlight des Monats

Brandenburg will Privilegierung der Windenergie abschaffen

Die Kohleländer machen mobil gegen den Feind - und den sehen Sie offenbar genauso wie in den Umweltverbänden auch in der Windenergie. Brandenburg startete dazu eine Bundesratsinitiative, die durch eine Änderung im Baugesetzbuch die Privilegierung von Windrädern im Außenbereich abschaffen. Nach Ansicht der Windbranche ist das ein gezielter Angriff auf die entscheidende planungsrechtliche Grundlage für den starken Ausbau der Windenergie in Deutschland. Was aus dem Vorhaben wird, blieb bis zum Jahresende offen.

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September

Lange hatte es sich angekündigt, im September war es dann bittere Realität: Der einstige Star der deutschen Solarunternehmen gehört der Vergangenheit an. Solarworld stellte nach einer erneuten Insolvenz im Frühjahr im September endgültig die Produktion ein. Ein trauriges Ende der Solarmodulproduktion in Deutschland. Immer heißer wird hingegen das Thema Wasserstoff - und der könnte nicht nur aus Power-to-Gas-Anlagen kommen, sondern künftig vielleicht auch durch Pipelines direkt aus Russland.

Meistgelesen in diesem Monat

Kompletter Produktionsstopp bei Solarworld

Bonn/Freiberg Der insolvente Solartechnikhersteller Solarworld Industries hat seine Produktion komplett eingestellt. Die Insolvenzverwaltung verhandelt allerdings weiter mit potenziellen Investoren…


Gazprom könnte langfristig Wasserstoff anbieten

Moskau - Gazprom könnte langfristig Wasserstoff anstelle von Erdgas anbieten. Ein solches Szenario scheint bei dem russischen Gasproduzenten immer mehr Unterstützer zu finden. Auf der norwegischen Upstream Gas-Messe und -Konferenz ONS in Stavanger Ende August dieses Jahres, hat die Gazprom Export Vorstandsvorsitzende Elena Burmistrova ein solches Szenario in einer Präsentation skizziert…


Offiziell: Grützmacher führt Stadtwerke Münster

Münster - Die Stadtwerke Münster stehen offiziell unter neuer Führung. Der Stadtrat bestellte Stefan Grützmacher zum neuen Geschäftsführer. Der ehemalige Gasag-Chef soll die Geschicke des Versorgers übergangsweise leiten. Die Suche nach einer permanenten Nachfolge für das abgetretene Führungsduo Henning Müller-Tengelmann und Dirk Wernicke läuft…

Das Highlight des Monats

Thüringen kündigt rechtliche Schritte gegen Suedlink an

Nochmal ein Highlight, das eher den Titel Lowlight verdient: Nicht nur Bayern bringt das Kunststück fertig, im Bundesrat erst für den Ausbau der Übertragungsnetze zu stimmen, um dann in der Tagespolitik dagegen zu wettern. Auch die rot-rot-grüne Landesregierung Thürigens geht diesen Pfad der landespolitischen Posse. Netzausbau ja, aber bitte nicht bei uns, so die Zusammenfassung einer energiepolitischen Verantwortungslosigkeit, die traurigerweise um sich zu greifen scheint. Da helfen auch keine Netzausbaureisen von Bundeswirtschaftsminister Altmaier.

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Oktober

Das Bittere am Nachrichtengeschäft: Es sind vor allem die negativen Nachrichten, die ziehen. Im Oktober galt das für die EWE-Tochter Grünspar. Trotz mehr als 100 Stadtwerkekunden musste der Energiesparshop die Tore schließen. Zu wenig Erfolg, hieß es von EWE. Zu wenig Geduld, konterte Grünspar-Chef Michael Urban im Interview mit energate. Zur Geduldsfrage entwickelte sich auch die Arbeit in der Kohlekommission. 31 Mitglieder und mindestens 31 Meinungen. Der VKU tat seine im Oktober kund und landete damit in der Wählergunst weit vorne.

Meistgelesen in diesem Monat

EWE-Tochter Grünspar scheitert

Münster - Der Energiesparshop-Anbieter Grünspar mit über hundert Stadtwerkekunden stellt seinen Betrieb ein. Die Tochtergesellschaft des Oldenburger Energieversorgers EWE soll aufgelöst werden. Betriebsbedingte Kündigungen bei Grünspar seien deshalb "leider unvermeidlich"…


Grünspar-Geschäftsführer kritisiert EWE

Münster - Der Geschäftsführer des in Auflösung befindlichen Dienstleisters Grünspar, Michael Urban, wirft dem Hauptanteilseigner EWE mangelnde Geduld vor. "Ich kann verstehen, dass ein neuer Vorstand ganz andere Probleme als eine Grünspar hat. Trotzdem hätte ich mir ein bisschen mehr Zeit von EWE gewünscht", sagte Urban zu energate…


VKU macht Vorschlag für Kohleausstieg

Berlin - Mit einem Konzept zum Ende der Kohleverstromung bringt der VKU neue Bewegung in die Ausstiegsdebatte. Bereits bis 2020 sollen demnach besonders CO2-intensive Anlagen vom Netz gehen, heißt es in einem der Redaktion vorliegenden Papier. Die Kohlekommission bereitet parallel ihren Bericht zum Strukturwandel vor…

Das Highlight des Monats

BSI kündigt Rollout für Ende Januar 2019 an

Wenn der Netzausbau eine Schnecke ist, ist der Smart-Meter-Rollout das Standbild einer Schnecke. Bei der Digitalisierung seiner Energiewirtschaft zieht Deutschland seit Jahren ruckartig die Fühler ein. Nun ist die Ziellinie aller Widerstände zum Trotz scheinbar in Sichtweite. Laut gesetzlichen Vorgaben müssen für den Start drei Geräte zertifiziert sein. Eine Zertifizierung sollte am 20. Dezember erfolgen. Noch zwei weitere und wir werden tatsächlich die unglaubliche Überschrift formulieren: "Der Rollout in Deutschland beginnt."

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November

Noch so eine Geduldsfrage: 100 Tage und noch viele mehr musste die Energiebranche auf den ersten größeren energiepolitischen Beschluss der vierten Merkel-Regierung warten. Die Begeisterung war so groß, dass selbst noch so kleine Verlautbarungen dazu in der Wählergunst sofort nach oben schossen. Die Monatsstatistik für den November ist daher zugegebenermaßen manipuliert, sonst hätte es die geplante Wasserstoffstrategie des Bundes keineswegs unter die Top 3 geschafft.

Meistgelesen in diesem Monat

Bundeskabinett verabschiedet Energiesammelgesetz

Berlin - Mit mehrmonatiger Verspätung hat die Große Koalition zahlreiche energiepolitische Reformen auf den Weg gebracht. Sie betreffen die KWK, erneuerbare Energien und Regelungen für stromintensive Betriebe. Die vorgesehen Kürzungen bei der Solarenergie sorgen für Kritik bei der SPD…


EEG-Vergütung: Massive Einbußen für Mieterstrom

Berlin - Die vom Bundeswirtschaftsministerium mit dem Sammelgesetz vorgesehenen Kürzungen bei der Solarenergie führen zu drastischen Einbußen bei großen Mieterstromanlagen. Nach der Redaktion vorliegenden Berechnungen sinkt die Förderung für Projekte über 40 kW um rund 50 Prozent. Verbände und Unternehmen schlagen Alarm…


Konsortium startet Wasserstoffprojekt

Salzgitter - Der Netzbetreiber Avacon arbeitet beim Thema Power-to-Gas künftig mit dem Gasspezialisten Linde und dem Industrieunternehmen Salzgitter Flachstahl zusammen. Gemeinsam wollen sie Wasserstoff aus Windstrom erzeugen und in der industriellen Fertigung einsetzen…

Das Highlight des Monats

Greenpeace Energy will Braunkohlesparte von RWE kaufen

Ein Witz? Nein, ernst gemeint. Nachdem Greenpeace Schweden - letztlich erfolglos - schon um den Erwerb der Braunkohlesparte von Vattenfall gebuhlt hatte, machte Greenpeace Energy nun RWE ein unmoralisches Angebot: Für gut 380 Mio. Euro will der Ökostromanbieter die RWE-Kohlesparte inklusive der Tagebaue Hambach, Inden und Garzweiler übernehmen und diese im Anschluss begrünen. Dazu sollen 7 Mrd. Euro an Investitionen fließen, die Greenpeace Energy natürlich nicht selbst stemmen will. Die Antwort von RWE machte aber schnell klar, dass es dazu wohl nicht kommen wird.

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Dezember

Wasserstoff entwickelte sich im Herbst so allmählich zu dem Rennerthema und die Nachricht, dass der niederländische Netzbetreiber Gasunie im Nachbarland Wasserstoff statt Erdgas durch eine seiner Leitungen schickt, war im Dezember die Top-Meldung. Dicht gefolgt vom neuen Zeitplan der Kohlekommission, deren Mitglieder sich ursprünglich zum Jahresende längst schon wieder ihren eigentlichen Aufgaben widmen wollten. Jetzt dürften unter dem ein oder anderen Weihnachtsbaum aber doch noch ein paar Papiere zum Strukturwandel und zum Zeitplan für den Kohleausstieg liegen.

Meistgelesen in diesem Monat

Gasunie rüstet Gasleitung auf Wasserstoff um

Terneuzen - Der niederländische Gasunie-Konzern hat in der Provinz Zeeland eine bestehende Erdgastransportleitung auf den Transport von Wasserstoff umgestellt. Der Wasserstoff kommt in der Industrie zum Einsatz…


Kohlekommission terminiert weitere Sitzungen

Berlin - Das Thema Strukturwandel in den Braunkohleregionen wird auf insgesamt sieben weiteren Sitzungen in der Kohlekommission besprochen. Ein Bericht soll bis 18. Januar 2019 stehen. Das geht aus einem aktualisierten Ablaufplan hervor.


Bundestag segnet Energiesammelgesetz ab

Berlin - Der Bundestag hat umfassende Neuerungen bei der Erneuerbaren- und KWK-Förderung beschlossen. Das Energiesammelgesetz verlängert die KWK-Förderung und regelt zusätzliche EEG-Ausschreibungen. Aus den betroffenen Branchen kommt dennoch Kritik…

Das Highlight des Monats

Neue Hürde für LNG-Terminal in Brunsbüttel

Bund und Land signalisieren ihre Unterstützung, Jamaika in Kiel und Schwarz-Rot in Berlin wollen ein LNG-Terminal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel. Doch der Spielverderber sitzt womöglich in Bonn. Die Bundesnetzagentur verweigert dem rund 50 Mio. Euro teuren Anschluss des Terminalstandorts ans Gasfernleitungsnetz die regulatorische Anerkennung. Die Planer des Terminals müssten die Kosten für die Anschlussleitung damit selbst tragen. In Brunsbüttel, Kiel und Berlin ist man empört. An den niedersächsischen Konkurrenzstandorten Stade und Wilhelmshaven keimt hingegen Hoffnung auf.

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