energate blickt zurück:
Das war das Energiejahr 2021

Das Jahr 2021 bei

Das Jahr 2021 war für energate ein Jahr zum Feiern, denn wir begingen in diesem Jahr unser 20-jähriges Jubiläum. Ein wunderbares Ereignis, um uns bei unseren Leserinnen und Lesern für Ihre langjährige Treue, Ihr Feedback und Ihre Anregungen zu bedanken, die uns geholfen haben, uns über all die Jahre stets zu verbessern. Über 120.000 Meldungen haben wir in dieser Zeit allein in unserem deutschen Dienst zusammengetragen. Hinzu kommen fast 30.000 Meldungen, die unsere Kollegen in der Schweiz verfasst haben. Zusammen mit unserem im letzten Jahr gestarteten Dienst in Österreich haben wir inzwischen die Marke von 150.000 Meldungen geknackt. energate ist damit das umfassendste Nachrichtenarchiv im deutschsprachigen Energiesektor.

In einer Serie haben wir anlässlich unseres Jubiläums zurückgeschaut auf die besonderen Geschehnisse aus 20 Jahren Energiemarktgeschichte: Angefangen bei den ersten mühsamen Schritten im liberalisierten Markt über den Weg vom verhandelten zum regulierten Netzzugang und die Wirren der Eon-Ruhrgas-Fusion bis zur Abkehr von langfristigen Lieferverträgen. Zudem haben wir den langen Weg des EEG und die Volten des Atomausstiegs für Sie nachskizziert. In Interviews warfen zudem mit Ex-Bundesnetzagentur-Präsident Matthias Kurth ein Vertreter der Vergangenheit sowie mit BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae und VKU-Hauptgeschäftsführer Ingbert Liebing Vertreter der Gegenwart ihren persönlichen Blick auf 20 Jahre Energiemarktentwicklung.

Auch das Jahr 2021 war ein durchaus bemerkenswertes. Das Jahr startete mit einer schweren Störung im europäischen Stromnetz. Ursache war der Ausfall einer zentralen Umspannanlage in Kroatien. Die Frequenz sank in der Folge unter 49,75 Hertz, ein großflächiger Blackout konnte gerade noch vermieden werden. Die Furcht vor dem Blackout begleitete die Branche über die gesamte erste Jahreshälfte, insbesondere in Österreich.

Ein steter Begleiter unserer Berichterstattung in diesem Jahr war natürlich auch die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2. Meine Kolleginnen und Kollegen verfolgten die Verlegeschiffe über Online-Tracker, durchforsteten Webseiten der US-Regierung, um über die drohenden US-Sanktionen zu berichten, und analysierten die Lieferflüsse auf den alternativen Transitrouten, die entgegen den Beteuerungen von Gazprom Export nicht stabil waren.

Die Wirren um Nord Stream 2 und die auffällig leeren Gasspeicher in Mitteleuropa waren zwar nicht die einzige, aber doch eine zentrale Ursache für die Preisturbulenzen in den Großhandelsmärkten für Energie. Diese zwang zahlreiche Energieanbieter in die Knie, Kundinnen und Kunden drohen massive Energiekostensteigerungen und selbst bei Grundversorgern schließen Energiemarktakteure Insolvenzen inzwischen nicht mehr aus.

Was war sonst noch los im Energiejahr 2021? Meine Kolleginnen und Kollegen berichten in ihren Highlights des Jahres unter anderem vom Fortgang der Wasserstoffdebatten, von den besonderen Ereignissen rund um die Bundesnetzagentur und natürlich von den Plänen der neuen Bundesregierung.

Ich wünsche Ihnen viel Freude bei der Lektüre!

Ihr Christian Seelos
energate-Chefredakteur

Januar

Meistgelesen in diesem Monat

Störung im europäischen Stromnetz

2021 startete mit einer der schwersten Störung im europäischen Stromnetz seit mehr als einem Jahrzehnt. Am 8. Januar sank die Frequenz unter die Marke von 49,75 Hertz und führte zu einem etwa 60-minütigen Split in Südosteuropa. Die dort zuständigen Übertragungsnetzbetreiber mussten große Stromverbraucher drosseln, während ihre Kollegen in Westeuropa Kraftwerke zuschalteten, um die Versorgungssicherheit wiederherzustellen. Ende Januar stellte der Verband Entso-E fest: Auslöser für die europaweite Störung war eine kroatische Umspannanlage.


EnWG: Altmaier kippt Spitzenlastglättung

Rund vier Wochen nach der Veröffentlichung musste das Bundeswirtschaftsministerium einen Entwurf zur Reform des §14a EnWG wieder zurückziehen. Netzbetreiber hätten flexible Stromverbraucher wie Elektroautos und Wärmepumpen bis zu zwei Stunden am Tag drosseln dürfen, im Gegenzug für günstigere Netztarife. In der Energie- und der Automobilbranche stieß der Entwurf auf teils herbe Kritik. Inzwischen liegt das Thema auf dem Tisch der neuen Bundesregierung, die eine Reform der Netzentgeltsystematik auf den Weg bringen muss.


Wirtschaftsministerium: Wasserstoff-Beimischung hat keine Priorität

Energieversorger setzen für den Markthochlauf von Wasserstoff auf eine Beimischung ins Erdgasnetz. Wie energate-Recherchen bereits im Januar zeigten, setzt das Bundeswirtschaftsministerium aber ganz andere Schwerpunkte - unter anderen bei den Bedingungen für millionenschwere Förderprogramme. Die sogenannte Champagner-Debatte bleibt im gesamtem Jahr 2021 ein bestimmendes Thema.

Mein Highlight des Monats

Michaela Tix
Michaela Tix Redakteurin

EuGH: Mehr Machtfülle für die Bundesnetzagentur

Ein Plädoyer des Generalanwalts beim Europäischen Gerichtshof ließ die Alarmglocken bei deutschen Juristen schrillen. Die Zielrichtung des Plädoyers machte klar: Die Befugnisse der Bundesnetzagentur werden auf Geheiß des Luxemburger Gerichtes wachsen. Im September folgte dann das Urteil, das der Bundesnetzagentur mangelnde politische Unabhängigkeit attestierte. Energierechtsexperten rechnen damit, dass in der Konsequenz keine der relevanten Regulierungsverordnungen mehr Bestand haben wird. Betroffen sind die Anreizregulierungsverordnung, die Strom- und die Gasnetzentgeltverordnung sowie auch die Strom- und die Gasnetzzugangsverordnung. Die neue Bundesregierung muss nun das gesamte Energierecht neu aufsetzen. Wie lange dieser Prozess dauern wird, ist offen.

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Februar

Meistgelesen in diesem Monat

Auswahl der IPCEI-Projekte ist angelaufen

Die Vergabe von IPCEI-Fördermitteln zum Markthochlauf von Wasserstoff stieß in Deutschland auf großes Interesse. Rund 200 Skizzen für mögliche Projekte wurden beim Bundeswirtschaftsministerium eingereicht. Über die Förderung als Important Project of Common European Interest sind höhere nationale Beihilfen für Projekte möglich, die einen wichtigen Beitrag für die europäische Industrie leisten. Zwischen 4 und 5 Mrd. Euro stehen bereit.


Bundesregierung: Wasserstoff aktuell keine Option im Wärmemarkt

Der Anfang 2021 noch amtierende Energiestaatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Andreas Feicht, sah auf absehbare Zeit keine Verwendung für Wasserstoff im Wärmemarkt. Vor dem Jahr 2030 sei dies keine Option, sagte Feicht bei einer Online-Konferenz. Zunächst sollten Sektoren im Fokus stehen, in denen es keine Alternativen für die Dekarbonisierung gebe - vor allem Industrieprozesse wie die Stahlherstellung und Teile des Verkehrs.


Windkraft in NRW: Abstandsregel erzürnt Energiebranche

Die nordrhein-westfälische Landesregierung brachte mit ihrer Abstandsregel für die Windkraft die heimische Energiebranche gegen sich auf. Verbände warnen vor einem kompletten Ausbaustillstand. So hatten sich 75 Energieunternehmen in einem gemeinsamen Brandbrief an den damaligen NRW-Ministerpräsidenten Armin Laschet (CDU) gewandt. Ihre Sorge: Die Abstandsregel werde zu einem faktischen Windenergie-Rückbau im Land führen.

Mein Highlight des Monats

Carsten Kloth
Carsten Kloth Redakteur

Shell übernimmt Next Kraftwerke

Die alten Mineralölkonzerne suchen ihren Platz in der Energiewelt der Zukunft. Dabei geht es nicht nur um E-Ladesäulen statt Zapfsäulen für Benzin und Diesel. Das einst britisch-niederländische und künftig nur noch britische Unternehmen Shell ist auf großer Einkaufstour, um sich weitere Standbeine aufzubauen. Nach dem Batteriespeicherproduzenten Sonnen und dem Ladeinfrastrukturanbieter Ubitricity übernahm Shell auch Next Kraftwerke und sorgt damit für einen weiteren Paukenschlag auf dem deutschen Energiemarkt. Der Kölner Direktvermarkter bündelt kleinere Erzeuger in einem virtuellen Kraftwerk. Shell will das Geschäft mit grünem Strom deutlich ausbauen und am liebsten nicht mehr Ölkonzern genannt werden. Druck machen auch die Investoren. Doch bis auf Weiteres dominiert bei Shell das Geschäft mit fossilen Energien.

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März

Meistgelesen in diesem Monat

Stadtwerkestudie offenbart Tarifdschungel bei der E-Mobilität

Bei den Ladestromtarifen gibt es große Preisunterschiede, wie eine Analyse des Beratungshauses Umlaut zeigt, die energate im März exklusiv veröffentlichte. Diese ergab auch eine unübersichtlich große Vielfalt bei Tarifen und Abrechnungsmodellen. Um günstig zu laden, müssten E-Mobilisten Eigeninitiative entwickeln, so die Empfehlung der Autoren. Denn Stadtwerke informieren größtenteils nur sehr wenig über ihre Tarife.


EnBW geht den Fuel-Switch an

EnBW gab im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz Pläne bekannt, seine Kohlekraftwerkstandorten auf Gas umzurüsten. Im weiteren Jahresverlauf konkretisierte der Energiekonzern seine Pläne. Die Heizkraftwerke in Stuttgart-Münster und Heilbronn sollen demnach ab 2025 beziehungsweise 2026 mit Gas laufen. Und am Standort Altbach/Deizisau wird voraussichtlich eine GuD-Anlage entstehen.


"Der Wasserstoff-Index soll auf Nachfrageseite Vertrauen schaffen"

energate veröffentlicht exklusiv mit dem Beratungsunternehmens E-Bridge Consulting GmbH den Wasserstoff-Index "Hydex". Dieser liefert zuverlässige Preisinformationen für den vorgesehenen Markthochlauf von Wasserstoff. Im Interview mit energate äußert sich Andreas Gelfort, Senior Associate Consultant bei E-Bridge, zu den Hintergründen des Index.

Mein Highlight des Monats

Stefanie Dierks
Stefanie Dierks Redakteurin

OVG Münster stoppt Einbauverpflichtung für Smart Meter

Mein "Highlight des Monats" war gleichzeitig auch eine der meistgelesenen Meldungen im März: Der Stopp des Smart-Meter-Rollouts zunächst durch das Oberverwaltungsgericht Münster und elf Tage später auch durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Dieser sorgte für Unruhe in der Branche, hatte sie doch vorher jahrelang auf den Startschuss gewartet. Das Gericht begründete seine Eilentscheidung zugunsten eines klagenden Messdienstleisters damit, dass die am Markt verfügbaren und bereits zertifizierten intelligenten Messsysteme nicht den gesetzlichen Anforderungen genügen. Das BSI lenkte einige Tage später ein und setzte die Rollout-Verpflichtung für 50 Stadtwerke aus, die ebenfalls gegen die Regelung geklagt hatten. Richten musste es schließlich der Gesetzgeber. Kurz vor der Sommerpause änderte er das Messstellenbetriebsgesetz entsprechend ab.

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April

Meistgelesen in diesem Monat

Kohleausstieg: Zuschläge für Uniper und EPH

Das nahende Ende der Kohleverstromung ist ein Dauerbrenner der energate-Berichterstattung. Die meistgelesene Meldung des Monats April drehte sich um die zweite Stilllegungsausschreibung der Bundesnetzagentur zum Kohleausstieg. Zuschläge gab es dabei für das Uniper-Kraftwerk in Wilhelmshaven, den ehemaligen Enercity-Meiler Mehrum der EPH und das Braunkohle-Kleinkraftwerk Deuben der Mibrag. Alle drei Anlagen stellten ihren Betrieb Anfang Dezember ein. Dabei soll der Uniper-Standort in Wilhelmshaven als einziger der drei ab 2025 ein "zweites Leben" als Hub zur Wasserstoffelektrolyse bekommen.


Österreichs Bundesheer wappnet sich gegen einen Blackout

Die europaweite Instabilität des Stromnetzes hallte in Österreich auch Monate später noch nach. Das Bundesheer monierte, dass die Alpenrepublik nicht ausreichend auf einen umfassenden Blackout vorbereitet sei. Dabei werteten die Streitkräfte die Gefahr eines weiträumigen Stromausfalls als "das größte Risiko für eine nächste Systemkrise in Österreich", mit der innerhalb der kommenden fünf Jahre zu rechnen sei. Wesentliche Ursache für das wachsende Risiko sei der gleichzeitige Ausstieg aus der Kohle und der Atomkraft in Deutschland. Der Bericht stieß eine lebhafte Debatte um eine passende Blackout-Strategie aus.


Erste Transportleitung für Wasserstoff aus der Nordsee geplant

"AquaDuctus" soll die erste Nordsee-Pipeline für Wasserstoff heißen. Ende April taten sich die Aqua-Ventus-Mitglieder Gascade, Gasunie, RWE und Shell dafür als Projektpartner zusammen und besiegelten dies mit einer Absichtserklärung. Die Röhre soll 2035 fertig sein und Helgoland mit der Sandbank Doggerbank verbinden, um künftig in großem Stil "grünen" Wasserstoff zu transportieren, der mit Nordsee-Windstrom produziert werden soll. Die Pipeline werde fünf Hochspannungsleitungen ersetzen können, so die Hoffnung, der vier Unternehmen. Unsere Meldung dazu fand ebenfalls besonders viele Leserinnen und Leser.

Mein Highlight des Monats

Philip Akoto
Philip Akoto Redakteur

Berlin kauft Stromnetz für 2,14 Milliarden Euro zurück

Im April fand ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen Vattenfall und dem Land Berlin ein endgültiges Ende. Für gutachterlich festgelegte 2,14 Mrd. Euro vereinbarten das Land Berlin und der schwedische Staatskonzern den Rückkauf des Berliner Stromnetzes und damit die Rekommunalisierung. Die entscheidende Weichenstellung dazu war schon im September 2020 erfolgt, als der damalige Vattenfall-CEO Magnus Hall unerwartet ankündigte, Vattenfall werde sich von seiner Berliner Netzsparte mit ihren 1.400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trennen. Die Aussicht auf weitere Jahre des Rechtsstreits belaste nicht nur den Konzern, sondern erschwere auch Entscheidungen über anstehende Milliardeninvestitionen bei Vattenfall, so Hall. Den Vollzug der denkwürdigen Transaktion meldete Berlin schließlich Mitte Juni.

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Mai

Meistgelesen in diesem Monat

VSE setzt auf Insourcing

Die allgegenwärtige Coronakrise machte auch dem saarländischen Regionalversorger VSE im Jahr 2020 schwer zu schaffen. Insbesondere bei den Industriekunden waren die Einbußen des mittlerweile zu Eon gehörenden Unternehmens massiv, hieß es auf der Jahrespressekonferenz im Mai. Wachstumsfelder sieht die VSE hingegen vor allem in der Telekommunikation und Elektromobilität. Auch im Bereich des Tiefbaus will der Versorger an Personal aufstocken.


Luxemburger Encevo überprüft Vertriebsstrategie in Deutschland

Mitte Mai kündigte der Luxemburger Energiekonzern Encevo gegenüber energate an, dass er seine Vertriebsstrategie für den deutschen Markt ergebnisoffen überprüfen wird. Bis zum Jahresende sollte dieser Prozess abgeschlossen sein. Die Auflösung kam dann aber schon etwas eher: Im Oktober teilte die Encevo-Gruppe mit, dass sie den Netzbetreiber Creos Deutschland und den Energieversorger Enovos Deutschland in einer neuen Gesellschaft namens Encevo Deutschland GmbH bündelt. Geschäftsführer des neuen Unternehmens sind Marc André und Jens Apelt.


Leistungsabfall im polnischen Kohlemeiler sorgt für Frequenzeinbruch

Neues Futter für die Blackout-Sorge: Am 17. Mai gab es im europäischen Stromsystem ein Frequenzabfall auf 48,844 Hz. Ursache war ein Ausfall von insgesamt sechs Blöcken des polnischen Braunkohlekraftwerks Belchatow, was zu einem schlagartigen Verlust von etwa 3.900 MW Leistung geführt hatte. Auf die deutsche Stromversorgung hatte dies allerdings keinen Einfluss. Auch die Strompreise blieben davon - zum damaligen Zeitpunkt - eher unbeeindruckt.

Mein Highlight des Monats

Mareike Teuffer
Mareike Teuffer Redakteurin

Wasserstoffprojekte bekommen acht Milliarden Euro

Ohne eine entsprechende Förderung wird es für viele geplante Wasserstoffprojekte schwierig. Die Bundesregierung hatte deswegen für einen schnellen Markthochlauf der Technologie Anfang des Jahres einen Förderwettbewerb ausgerufen. Insgesamt will der Bund die Wasserstoffprojekte mit 8 Mrd. Euro anschieben. Rund 230 Vorhaben hatten sich um entsprechende Fördergelder beworben. Seit Mai ist klar: Die Stahlindustrie gehört zu den Hauptprofiteuren der staatlichen Förderung. Rund 25 Prozent der geplanten Beihilfen sollen in diesen Sektor fließen, wo der Einsatz von Wasserstoff statt Kokskohle die CO2-Emissionen massiv reduzieren soll. Zu den Nutznießern gehören etwa Arcelor Mittal in Bremen (Clean Hydrogen Coastline) und Hamburg (H2H), Thyssenkrupp in Duisburg (tKH2steel), Saarstahl in Dillingen (H2Syngas) oder die Salzgitter AG (GET H2). Insgesamt haben 62 deutsche Projekte einen Zuschlag im Rahmen des sogenannten Wasserstoff-IPCEI erhalten.

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Juni

Meistgelesen in diesem Monat

EnBW-Vorstandschef Mastiaux kündigt Rückzug an

Die Ära von Frank Mastiaux als Vorstandsvorsitzender des Karlsruher Energiekonzerns EnBW neigt sich dem Ende zu. Der 57-Jährige gab im Juni bekannt, seinen im kommenden Herbst auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern. Bis zum Jahresende blieb offen, wer auf ihn folgen wird. Als mögliche Nachfolgerinnen wurden in Medienberichten unter anderem BDEW-Chefin Kerstin Andreae und VDA-Hauptgeschäftsführerin Hildegard Müller genannt.


Bundesnetzagentur schlägt Zinssatz von 4,59 Prozent vor

Die Bundesnetzagentur schlug im Sommer einen Eigenkapitalzinssatz für Neuinvestitionen in Strom- und Gasnetze von 4,59 Prozent vor. Damit wären die Renditen gegenüber der noch laufenden Regulierungsperiode ab 2023 (Gas) beziehungsweise 2024 (Strom) um mehr als zwei Prozentpunkte gesunken. Am Ende sinken die Zinssätze zwar "nur" auf 5,07 Prozent. Klagen wird es trotzdem geben. Bis zum Jahresende gingen beim zuständigen Oberlandesgericht Düsseldorf mehr als 900 Beschwerden gegen die Festlegung ein.


Bundesregierung plant Solarpflicht und schärfere Effizienzvorgaben

Zum Erreichen der verschärften Klimaschutzziele für 2030 plante die inzwischen nicht mehr amtierende Bundesregierung eine Solarpflicht für Neubauten und bei umfangreichen Sanierungen. Die bundesweit installierte Solarleistung soll so bis 2030 auf 150.000 MW anwachsen. Die inzwischen amtierende Ampelregierung griff dieses Vorhaben auf: Bei gewerblichen Bauten soll die Solarnutzung zur Pflicht werden, bei privaten Bauten "die Regel" - was das heißt, ist aber noch unklar.

Mein Highlight des Monats

Katharina Johannsen
Katharina Johannsen Redakteurin

EU genehmigt Freistellung für LNG-Terminal Brunsbüttel

Die EU-Kommission erleichterte im Juni die Rahmenbedingungen für das geplante LNG-Terminal im schleswig-holsteinischen Brunsbüttel. Sie genehmigte die von der Bundesregierung gewährte Freistellung von der Regulierung für das Vorhaben - zumindest für die beantragte Jahresdurchsatzkapazität von 8 Mrd. Kubikmetern. Der damalige Geschäftsführer des Projektentwicklers German LNG Terminal GmbH, Rolf Brouwer, wertete die Entscheidung als wichtiges Signal für die Realisierung des Vorhabens. Inzwischen läuft das Planfeststellungsverfahren für das geplante LNG-Terminal in Norddeutschland. Zwar bestätigte mittlerweile eine Studie, dass der Standort auch zum Import von Wasserstoff geeignet sei. Ob das Projekt je realisiert wird, ist aber nach wie vor ungewiss.

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Juli

Meistgelesen in diesem Monat

Nach Hochwasser: Netzbetreiber im Krisenmodus

Die meistgelesene Meldung im Juli befasste sich mit den ersten Folgen des katastrophalen Hochwassers in mehreren Regionen Deutschlands: Netzbetreiber in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz kämpften gegen die Folgen des Hochwassers. Vielerorts sorgte das Unwetter für Stromausfälle und zerstörte wichtige Netzkomponenten. Der Verteilnetzbetreiber Westnetz musste Ortsnetzstationen und Umspannanlagen abschalten. Die Wiederherstellung der Stromversorgung gelang oftmals zunächst nur provisorisch, so eine erste Bilanz unmittelbar nach dem Hochwasser.


Markt für neue Kernkraftwerke in den Niederlanden

Die niederländische Regierung will sich die Option Kernenergie im Kampf gegen den Klimawandel offenhalten. Eine Studie sollte daher aufzeigen, welche Rolle die Kernkraft neben Wind- und Solarenergie in den Jahren 2030 bis 2050 und darüber hinaus spielen kann. Marktteilnehmer sendeten vorab bereits klare Signale. Ein Neubau von Kernkraftwerken sei aus ihrer Sicht nur möglich, wenn der Staat stabile Rahmenbedingungen garantiere und Finanzgarantien gewähre. Zudem brauche es Akzeptanz in der Bevölkerung.


Österreichs Erdgasspeicher so leer wie noch nie

Schon im Sommer deutete sich die Krise in den europäischen Gasmärkten an: Die Füllstände der Gasspeicher in Österreich waren auf einem historisch niedrigen Stand. "Aktuell sind sie zu knapp 30 Prozent gefüllt", sagte Lukas Zwieb, Gasmarktexperte der Österreichischen Energieagentur, zu energate. Üblicherweise seien die Speicher zu dieser Jahreszeit zu etwa zwei Dritteln befüllt. Trotz dieser Feststellung ahnten im Juli wohl nur die wenigsten Marktbeobachter, welche Preisexplosion den Gasmärkten im weiteren Jahresverlauf noch bevorstehen würde.

Mein Highlight des Monats

Daniel Zugehör
Daniel Zugehör Redakteur

Altmaier korrigiert Stromverbrauchsprognose nach oben

Nach langen Debatten passte das Bundeswirtschaftsministerium im Juli seine Stromverbrauchsprognose für 2030 an. Dazu hatte es zuvor immer wieder Diskussionen gegeben. Hintergrund ist, dass der Wert relevant für die Ausbaupfade von erneuerbaren Energien ist. Diese sollten den Zielen der Großen Koalition zufolge bis 2030 einen Anteil von 65 Prozent am Stromverbrauch erreichen. Im Ende 2020 von Union und SPD verabschiedeten EEG wurde ein Verbrauchswert von 580 Mrd. kWh angenommen. Marktakteuren war aber schon lange klar, dass diese Zahl angesichts der fortschreitenden Elektrifizierung der Wärme und der Mobilität viel zu niedrig ist. Das Bundeswirtschaftsministerium erhöhte die Prognose dann zunächst auf 645 bis 665 Mrd. kWh, im November nochmals auf 658 Mrd. kWh.

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August

Meistgelesen in diesem Monat

Offshore-Wasserstoff: Bund legt Ausschreibungskriterien fest

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) hat erstmals Meeresflächen ohne Netzanschluss für die Wasserstoffproduktion für 2022 ausgeschrieben. Für die Vergabe dieser Flächen hat das Bundeswirtschaftsministerium eine Reihe von Anforderungen an die Bieter erarbeitet. Dazu gehören beispielsweise Angaben zur geplanten Energiewandlungskette, zum geplanten Energieträger, dem Transport, den erwarteten jährlichen Energiemengen, den Bereitstellungskosten und der erwarteten Kostenentwicklung, aber auch zur Finanzierung.


Steag: Kraftwerk Bergkamen vor Rückkehr zum Regelbetrieb

Der Kraftwerksbetreiber Steag fuhr im August sein Steinkohlekraftwerk Bergkamen wieder hoch. Die Rückkehr in den Regelbetrieb kam drei Wochen früher als geplant. Grund war die zu dem Zeitpunkt niedrige Einspeisung von Wind- und Solarstrom bei wachsenden Strommarktpreisen. So habe sich "eine wirtschaftliche Opportunität" für das Kraftwerk ergeben, erklärte die Steag. Kurze Zeit später fehlte dem Kraftwerk aber die Kohle und es wurde zeitweise wieder stillgelegt. Ende Oktober 2022 geht es endgültig vom Netz.


Erneuerbare Energien europaweit auf Wachstumskurs

Im ersten Halbjahr 2021 lag der Erneuerbarenanteil am europäischen Strommix bei 39 Prozent, wie aus den Erhebungen des britischen Thinktanks Ember hervorging. Gegenüber dem Vor-Corona-Niveau im Jahr 2019 stieg die Erzeugung um 53 Mio. kWh an. Trotzdem bleiben die erneuerbaren Energien hinter den Erwartungen zurück. Um die EU-Klimaziele zu erreichen, sei mindestens eine Verdoppelung des Ausbautempos erforderlich, so die Studienautoren.

Mein Highlight des Monats

Artjom Maksimenko
Artjom Maksimenko Redakteur

Gazprom senkt Zusatzbuchungen durch die Ukraine drastisch

Gazprom hat seine monatlichen Buchungen an Entry-Kapazitäten für September durch die Ukraine deutlich zurückgefahren. Von bislang maximal 15 Mio. Kubikmetern in den ersten sechs Monaten des Jahres hat der russische Konzern für September lediglich 650.000 Kubikmeter täglich gebucht. Ähnlich ging Gazprom Export auch am polnisch-deutschen Grenzübergangspunkt Mallnow bereits Anfang August vor. Hier reduzierte Gazprom die Gasflüsse von 83 auf 50 Mio. Kubikmeter täglich. Einige Marktbeobachter spekulierten, dass das Feuer an einer Gasaufbereitungsanlage in Urengoy am 6. August zu Liefereinschränkungen führte. Die Einschnitte bei Transportmengen waren der Auftakt einer bislang nie dagewesenen Verteuerung der Gaspreise bei gleichzeitig historisch niedrigen Speicherständen. Marktbeobachter spekulieren immer noch über die Gründe, auch politisches Kalkül Russlands sowie absichtliche Verknappung des Rohstoffs zwecks Preistreiberei gehören dazu.

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September

Meistgelesen in diesem Monat

Der Bund sorgt für den Blackout vor

In Thrillern und Serien werden großflächige Stromausfälle immer wieder beschrieben. Die österreichische Bundesregierung will - unter anderem nach der vorausgegangenen Kritik des Bundesheers (s. Monat April) - besser vorsorgen und traf mit dem Übertragungsnetzbetreiber APG eine Vereinbarung, die eine enge Zusammenarbeit festschreibt. Sollte es zum Blackout kommen, gibt es nun detaillierte Pläne für die Sicherheitsbehörden inklusive direktem Draht zum Netzbetreiber. Außerdem sieht die Vereinbarung regelmäßige Krisenübungen vor.


"Es gab tiefgreifende Dissense in der Energiepolitik"

Der September stand ganz im Zeichen der Bundestagswahl. Die Energiebranche fand dabei nicht unbedingt lobende Worte für die scheidende Regierung. Die Zusammenarbeit mit der Politik habe in der Legislaturperiode oftmals nicht gestimmt, beklage BDEW-Präsidentin Marie-Luise Wolff auf dem Jahreskongress ihres Verbandes. Umweltstaatssekretär Jochen Flasbarth räumte zu gleichem Anlass ein, dass sich die Große Koalition in der Energiepolitik alles andere als einig gewesen sei.


Nord Stream 2 startet Zertifizierungsprozess

Die Etappen um die Fertigstellung und Inbetriebnahme der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 sorgten das ganze Jahr für öffentliches Interesse. Im September startete die Betreibergesellschaft den Zertifizierungsprozess. Das Ziel: Noch im Jahr 2021 sollte Gas durch Rohre strömen. Eine optimistische Annahme angesichts der bevorstehenden behördlichen Prozesse. Spekuliert wurde daher auch darüber, ob der Betreiber den Betrieb nicht einfach ohne Zertifizierung aufnehmen werde.

Mein Highlight des Monats

Karsten Wiedemann
Karsten Wiedemann Redakteur

Groko-Bilanz: Erneuerbaren- und Netzausbau bleiben Großbaustellen

Was haben Union und SPD in der Energie- und Klimapolitik erreicht? Diese Frage stellte sich die energate-Redaktion angesichts der Bundestagswahl am 26. September. Nun, die Bilanz fiel gemischt aus. Historisch war sicher die Vereinbarung zum Kohleausstieg, die die Große Koalition im Austausch mit Unternehmen, Verbänden, Landesregierungen und Umweltschützern auf den Weg brachte. Auf der Habenseite steht auch der Einstieg in die Wasserstoffwirtschaft. Doch das große Problem bleibt der schleppende Ausbau der erneuerbaren Energien, den die Bundesregierung durch die beschlossenen Abstandsregeln für die Windenergie zumindest mitverursacht hat. Auch beim Netzausbau ging es nur schleppend voran. Die überlangen Genehmigungsverfahren werden immer mehr zur Bürde für die Energiewende.

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Oktober

Meistgelesen in diesem Monat

Immergrün und Meisterstrom stoppen Stromlieferungen

Anfang Oktober forderte die Krise an den Beschaffungsmärkten ihre ersten Opfer: Immergrün und Meisterstrom - zwei Energiemarken der Rheinischen Elektrizitäts- und Gasversorgungsgesellschaft (ehemals 365 AG) - stiegen kurzfristig aus der Belieferung eines Teils ihrer Stromkundinnen und -kunden aus. Andere sollten deutlich höhere Abschlagszahlungen leisten. Beides rief Verbraucherschützer auf den Plan, die dem Versorger eine rechtswidrige Praxis vorwerfen, auch die Bundesnetzagentur wurde aktiv, bislang aber ohne erkennbaren Erfolg.


Versorger stoppen Lieferverträge - Eon setzt Gasvertrieb aus

Die mit den Börsenturbulenzen steigenden Beschaffungskosten brachten nicht nur mehr oder weniger bekannte Discounter in Nöte. Mit Eon drückte frühzeitig auch ein erster Großkonzern beim Erdgasvertrieb auf Pause und stoppte das Neukundengeschäft. "Leider können wir Ihnen derzeit keine Erdgas-Produkte anbieten", hieß es Mitte Oktober auf der Homepage des Versorgers. Auf den gängigen Vergleichsportalen waren die Tarife ebenfalls nicht mehr vertreten. Inzwischen ist Eon mit angepassten Preisen wieder im Neukundengeschäft aktiv.


Lition Energie geht in die Insolvenz

Ende Oktober leitete Lition Energie ein Insolvenzverfahren ein. Nach Otima Energie und Smiling Green Energy war es der dritte Energieanbieter, der im Oktober diesen Schritte gehen musste. Das Start-up aus Berlin wollte ursprünglich Ökostromerzeuger miteinander vernetzen und sich dabei als "erster echter Blockchain-basierter Energieversorger" im Markt etablieren. "Schweren Herzens müssen wir mitteilen, dass Lition diese Energiekrise nicht überleben kann", heißt es nun auf Webseite des Unternehmens. Bis Jahresende erlitten auch Fulminant Energie und Dreischtrom das gleiche Schicksal.

Mein Highlight des Monats

Rouben Bathke
Rouben Bathke Redakteur

Grundversorger stellt Stromvertrieb ein

Dass der ein oder andere Discounter, der womöglich auch eine riskante Beschaffungsstrategie fuhr, angesichts der massiv gestiegenen Großhandelspreise in die Knie geht, war zu erwarten. Dass aber auch ein Grundversorger ins Schlingern gerät, kommt für viele doch überraschend. Mit der Ziegler GmbH & Co KG erwischte es aber immerhin einen weitgehend unbekannten und sehr kleinen Grundversorger. Der Familienbetrieb mit Sitz im baden-württembergischen Kappelrodeck kündigte im Oktober an, seinen Stromvertrieb zum Jahresende aufzugeben. Bei der Verteuerung der Strompreise um den Faktor fünf ließen sich "keine marktgerechten Kundenpreise" mehr anbieten, so das Unternehmen. Laut Energiewirtschaftsgesetz (§ 36) endet die Pflicht zur Grundversorgung, wenn eine Versorgung "aus wirtschaftlichen Gründen nicht zumutbar ist".

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November

Meistgelesen in diesem Monat

Hacker legen IT-Anbieter Kisters lahm

Der Aachener IT-Anbieter Kisters wurde im November Opfer eines Hackerangriffs. Offenkundig wurde die Attacke in der Nacht vom 10. auf den 11. November, gab das Unternehmen bekannt. "Nach bisherigem Kenntnisstand haben sich die Angreifer trotz eines starken Sicherheitssystems über einen orchestrierten Ransomware-Angriff Zugang zum Computernetzwerk verschafft", erklärte die Geschäftsführung. In der Folge musste der IT-Dienstleister seine Kommunikationsinfrastruktur komplett neu aufbauen.


Fulminant Energie geht in die Insolvenz

Der Strom- und Gasversorger Fulminant Energie ist insolvent. Betroffen sind rund 10.000 Kundinnen und -kunden in Deutschland und Österreich. Das im Jahr 2018 gegründete Unternehmen mit Sitz im bayrischen Garching gehört zur Unternehmensgruppe Kreuzmayr, einem Mineralölhändler, der auch Pellets und Kraftstoffe vertreibt. Ein Blick in den letzten verfügbaren Geschäftsbericht aus dem Jahr 2019 zeigt: Fulminant Energie hatte schon vor der Energiekrise Probleme.


Koalitionsvertrag: Viele Maßnahmen zum Klimaziel

Am 24. November stellten SPD, Grüne und FDP ihren neuen Koalitionsvertrag vor. Im Energiesektor streben sie ambitionierte Ziele an. Der Erneuerbarenanteil soll bis 2030 auf 80 Prozent wachsen. Dazu sollen Planungs- und Genehmigungsverfahren für erneuerbare Energien Vorrang erhalten. Die Solarenergie soll auf 200.000 MW bis 2030 wachsen. Beim Kohleausstieg blieb der Hinweis, dass dieser "idealerweise" bis 2030 erfolgen soll. Die Lücke sollen neue, wasserstofffähige Gaskraftwerke schließen.

Mein Highlight des Monats

Dennis Fischer
Dennis Fischer Redakteur

Bundesnetzagentur stoppt Zertifizierung von Nord Stream 2

Die Ostseepipeline "Nord Stream 2" wird vorerst nicht in Betrieb gehen, teilte die Bundesnetzagentur am 16. November mit. Grund ist, dass die Bonner Behörde die Betreibergesellschaft Nord Stream 2 AG nicht als unabhängigen Transportnetzbetreiber zertifizieren wird. "Die Bundesnetzagentur ist nach eingehender Prüfung zu dem Ergebnis gelangt, dass eine Zertifizierung nur dann in Betracht kommt, wenn der Betreiber in einer Rechtsform nach deutschem Recht organisiert ist", hieß es in einer Mitteilung der Behörde. Die Bundesnetzagentur verlangt, dass wesentliche Vermögenswerte und personelle Mittel auf diese Tochtergesellschaft übertragen werden. Erst dann will sie sich erneut mit dem Zertifizierungsverfahren befassen. Nord Stream 2 entschloss sich daraufhin, eine Tochtergesellschaft nach deutschem Recht zu gründen. Wie lange dies dauern wird, ist offen.

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Dezember

Meistgelesen in diesem Monat

Gas.de muss Belieferung einstellen

Infolge der enorm gestiegenen Einkaufspreise musste der Gasdiscounter Gas.de im Dezember die Belieferung seiner Kundinnen und Kunden einstellen. Gas.de gehört wie die Schwesterfirma Stromio zur Beteiligungsgesellschaft Universal Utility. Stromio trat 2009 als einer der ersten Discounter im Stromvertrieb gegen Energiekonzerne und Stadtwerke an. Ein Jahr später folgte der Einstieg in den Gasvertrieb über Gas.de. Örtliche Versorger übernehmen nun die Ersatzbelieferung.


Sorge vor Insolvenzen von Grund- und Ersatzversorgern

Als Konsequenz der wachsenden Fälle von Ersatzversorgung schließen Energiemarktteilnehmer inzwischen auch massive Schieflagen von Grundversorgern nicht mehr aus. Das ergab eine Umfrage, die energate im Rahmen einer Serie mit der Initiative Energien Speichern durchführte. Vier von fünf Befragten äußerten die Sorge vor drohenden Insolvenzen von Grund- und Ersatzversorgern. Eine Gegenmaßnahme könnte eine gesetzliche Pflicht zu einer risikoärmeren Beschaffung sein.


Ohne Nord Stream 2: Risiken für deutsche Gasversorgung

Ohne den Einsatz der Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 könnten im Winter 2021/2022 ernstzunehmende Lieferengpässe drohen. Davor warnte der Gasnetzbetreiberverband Entsog in einer Analyse. Das gelte für ganz Westeuropa. Eine enge Kooperation der Länder könne die Liefereinschränkungen auf zehn Prozent minimieren. Mit Nord Stream 2 werde es keine Engpässe geben, so die Analyse.

Mein Highlight des Monats

Christian Seelos
Christian Seelos Chefredakteur

Habeck tauscht Leitungsebene im Bundeswirtschaftsministerium aus

Nägeln mit Köpfen machte der neue Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen) bereits kurz nach seinem Amtsantritt. Nachdem er zuvor bereits Agora-Energiewende-Direktor Patrick Graichen zum neuen Energiestaatssekretär ernannt hatte, will er offenbar auch zügig die Leitungsebene der wesentlichen Energieabteilungen in seinem Haus erneuern. Das trifft unter anderem die Leiterin der Abteilung Energiepolitik, Stephanie von Ahlefeldt, sowie Thorsten Herdan, Leiter der Abteilung Energiepolitik, Wärme und Effizienz. Wer auf sie folgen wird, ist noch nicht bekannt. Das Bundeswirtschaftsministerium hält sich in dieser Frage bedeckt. Klar ist hingegen, dass der Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer (Grüne) den beamteten Staatssekretär Graichen als parlamentarischer Staatssekretär für Energiethemen begleiten wird.

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