energate blickt zurück:
Das war das Energiejahr 2019

Mehr als 5.000 Nachrichten, Analysen und Hintergrundberichte hat die energate-Redaktion im Jahr 2019 verfasst. Dazu kamen wöchentliche Marktberichte, zahlreiche Gastkommentare sowie mehr als 300 Interviews. So standen uns im zurückliegenden Jahr beispielsweise BP-Europa-Chef Wolfgang Langhoff, Vattenfall-Vorstand Tuomo Hatakka oder Wolfgang Anzengruber, Chef des größten österreichischen Stromkonzerns Verbund, Rede und Antwort. Zudem unterhielten wir uns mit etlichen Landesministern, wie Andreas Pinkwart aus Nordrhein-Westfalen, Olaf Lies aus Niedersachsen oder Tarek Al-Wazir aus Hessen, sowie Ex-Bundesjustizministerin und SPD-Europaspitzenkandidatin Katarina Barley über die drängenden Fragen der Energiepolitik.

Bei den Unternehmen stand das Jahr 2019 ganz im Zeichen des anhaltenden Konzernumbaus. Die Aufteilung von Innogy zwischen RWE und Eon ist inzwischen weitgehend abgeschlossen. Womöglich zum letzten Mal schreiben wir im Jahresrückblick von der noch bestehenden Marke Innogy, ihre Zukunft ist nach den Irrungen und Wirrungen des zurückliegenden Jahres ungewiss. Einigermaßen ungewiss ist auch, wie es mit Uniper und seinem Groß- und bald wohl Mehrheitsaktionär Fortum weitergeht. Die Finnen haben bis heute noch nicht richtig dargelegt, wo sie Uniper hinsteuern wollen. In Düsseldorf reagiert darauf auch ein inzwischen runderneuertes Management merklich verschnupft. Ein unrühmliches Ende fand im Jahr 2019 der Potsdamer Energiehändler Natgas. Mit ihm geht zum Jahresende ein Pionier des liberalisierten Energiemarktes von Bord.

In der Energiepolitik war vor allem die Kohlekommission und ihr bis jetzt nicht umgesetzter Vorschlag zum Kohleausstieg das Thema des Jahres. Die Gaswirtschaft freut sich unterdessen über ein öffentliches Bekenntnis der Politik zum Energieträger Gas, auch wenn dieser etwa in Form von Wasserstoff künftig immer grüner werden soll. Eine Hängepartie blieb im Jahr 2019 weiterhin der geplante Smart-Meter-Rollout. Auch kurz vor Jahresende ließ das dritte zertifizierte Smart-Meter-Gateway und damit der offizielle Startschuss auf sich warten.

In unserem Jahresrückblick haben wir aus den mehr als 5.000 energate-Meldungen des Jahres 2019 für Sie diejenigen herausgefiltert, die unsere Leser am meisten interessierten. Außerdem werfen wir monatsweise einen Blick auf unsere persönlichen Highlights.

Januar

Unser Highlight:

Stadtwerkechef Feicht wird neuer Energiestaatssekretär

Christina Haverkamp, Katherina Reiche, Tanja Gönner, Boris Schucht, Peter Röttgen? Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich reichlich Zeit gelassen, die Stelle des für Energie zuständigen Staatssekretärs in seinem Haus zu besetzen. Die Gerüchteküche brodelte lange, drei der fünf oben genannten vollzogen oder verkündeten im Jahr 2019 tatsächlich einen Arbeitsplatzwechsel. Den Ruf Altmaiers erhörte dann aber überraschend der langjährige Vorstandschef der Wuppertaler WSW Energie & Wasser AG: Andreas Feicht. Eine gute Wahl, wie einhellig und anhaltend aus der Energiebranche zu hören ist. CO2-Bepreisung, die Rolle von Erdgas und Wasserstoff, einige Themen hat er bereits neu aufgesetzt. Beim Kohleausstieg und dem Ausbau der Erneuerbaren wartet auf Feicht aber auch 2020 noch viel Arbeit.

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Februar

Unser Highlight:

Fortum positioniert sich für Uniper-Übernahme

Die Neusortierung der Konzernlandschaft war 2019 eines der großen Themen. Allen voran natürlich die Aufteilung von Innogy zwischen RWE und Eon, wie ein Blick in die Top-News der einzelnen Monate deutlich zeigt. Aber auch die geplante Übernahme von Uniper durch den finnischen Energiekonzern Fortum war ein Aufreger des Jahres. Auf der Managementebene funkte es zwischen den beiden Unternehmen überhaupt nicht. Im Gegenteil: Es flogen und fliegen eher die Funken der gegenseitigen Reibung. Dennoch verkündete Fortum nach vielen zähen und erfolglosen Verhandlungen inzwischen die baldige Mehrheitsübernahme von Fortum. Am Ende war es nicht der Uniper-Vorstand, der dafür den Weg freimachte, sondern Wladimir Putin, der die kartellrechtliche Blockade des Deals wegen einer strategischen Anlage in Russland aufhebt.

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März

Unser Highlight:

Altmaier macht LNG-Terminals Millionengeschenk

Dass Energiepolitik auch Geopolitik ist, zeigt mehr als deutlich der Bau mehrerer geplanter LNG-Terminals in Deutschland. Russische Gaslieferungen über die Pipeline "Nord Stream 2", US-amerikanischer Groll und drohende Zölle auf deutsche Autos lagen auf dem Verhandlungstisch. Einmal kräftig gerührt und am Ende kommt eine staatliche Millionenförderung für den Netzanschluss deutscher LNG-Terminals heraus. Angesichts gering ausgelasteter Terminals an den europäischen Küsten zeigte die deutsche Gaswirtschaft lange kein sonderlich ausgeprägtes Interesse an eigenen LNG-Terminals. Nun fließen die Fördermilliarden und in Brunsbüttel, Stade und Wilhelmshaven könnte schon bald US-Gas anlanden - zumindest sofern die Deutsche Umwelthilfe den Gasfluss mit bereits angedrohten Klagen nicht doch noch stoppt.

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April

Unser Highlight:

Engie verkauft deutsche Kohlekraftwerke

Während die Bundesregierung und allen voran RWE hart um die Bedingungen des Kohleausstiegs ringen, setzte mit Engie ein ausländischer Akteur seiner Kohleverstromung in Deutschland im Jahr 2019 ein Ende. Die Franzosen veräußerten ihre drei hiesigen Steinkohlekraftwerke an einen US-Investor. Die Anlagen in Wilhelmshaven, Zolling und Farge mit zusammen über 2.300 MW gehören nun der auf Energieanlagen spezialisierten Private-Equity-Firma Riverstone. Der US-Investor hofft womöglich auf üppige Entschädigungszahlungen für die baldige Abschaltung der Anlagen. Im Raum stehen pro Gigawatt zwischen 600 Mio. und 1,5 Mrd. Euro. Ab 2024 drohen allerdings entschädigungsfreie Abschaltungen.

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Mai

Unser Highlight:

Bundesregierung plant Hilfen für neue Gaskraftwerke

Die Forderung nach einem Kapazitätsmarkt wabert schon seit Jahren durch die Energiewirtschaft. Ohne staatliche Förderung gebe es keine neuen Grundlastkraftwerke, so die Ansage der Branche. Inzwischen darf man das Kind zwar nicht mehr so nennen, es erblickt nun aber unter neuem Namen doch das Licht der Welt. Die Gesetze zum Kohleausstieg sehen eine staatliche Prämie für neue Gaskraftwerke vor allem im Süden der Republik vor. Im restlichen Land verspricht die Verlängerung der KWK-Förderung bis 2030 und ein Bonus für die Umrüstung von Kohle auf Gas die Erfüllung der lang ersehnten staatlichen Kraftwerksprämie. Angesichts des dramatischen Einbruchs der Onshore-Windkraft müssen wohl auch dringend neue Gaskraftwerke her, damit am Ende der Energiewende nicht doch öfter das Licht ausgeht als erwünscht.

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Juni

Unser Highlight:

BDEW-Chef Kapferer wechselt zu 50 Hertz

Überraschung im Juni: BDEW-Hauptgeschäftsführer Stefan Kapferer verkündete seinen Abschied und wird sich künftig um den Stromfluss im Netz von 50 Hertz kümmern. Die Frage der Nachfolge beantwortete der BDEW mit einer nicht minder großen Überraschung: Kerstin Andreae. Die Grünen-Politikerin hatte sich im Energieumfeld noch keinen großen Namen gemacht. Im energate-Archiv tauchte sie aber schon 2003 auf, damals wurde sie kommunalpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion. 2007 wurde sie wirtschaftspolitische Sprecherin, 2012 stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag. Die große Bühne kennt sie, was man bei ihren ersten Auftritten als BDEW-Chefin spürte. Kurz vor Jahresschluss hatten wir Gelegenheit zum ersten Interview mit Kerstin Andreae.

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Juli

Unser Highlight:

Assadi: "Wir wollen der FC Bayern der Stadtwerke sein"

Den Sommer 2019 haben wir zu einer Interview-Reise quer durch das Land genutzt. Insgesamt 13 Interviews mit Stadtwerkelenkern haben wir in der Zeit geführt, von Nordfriesland bis Ingolstadt, von Mülheim an der Ruhr bis Dresden. Der markigste Spruch kam dabei wohl von Alireza Assadi, dem Geschäftsführer der kleinen Stadtwerke aus Oranienburg nahe Berlin. Seinen Mitarbeitern will der einstige Teldafax-Manager eine Siegermentalität à la FC Bayern einverleiben. Einst nur im eigenen Stadtgebiet aktiv weitet der Versorger seine Aktivitäten langsam aus, vor allem durch den Online-Vertrieb und guten Kundenservice. Offenbar mit Erfolg: Bei einem Ranking der bundesweiten Heizstromanbieter landeten die Stadtwerke Oranienburg ganz nach dem großen Vorbild aus dem Süden auf Platz 1.

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August

Unser Highlight:

Direktvermarkter warnen vor Marktversagen

Die Turbulenzen im Regelenergiemarkt waren eines unserer meistgelesenen Themen 2019. Ein exorbitanter Anstieg der Regelenergiepreise auf über 30.000 Euro/MWh sorgte bundesweit für Furore. So entstanden an einem Tag Regelenergiekosten von rund 17 Mio. Euro. Normal sind wenige Tausend Euro. Die Bundesnetzagentur wurde daraufhin gerichtlich veranlasst, vom zwei Jahre zuvor eingeführten Mischpreisverfahren zum alten Leistungspreisverfahren zurückzukehren. Die hohen Preise blieben aber. Sie gehen zu Lasten von Direktvermarkter, die hinter den massiven Preisspitzen einen strategischen Angriff auf ihr Geschäft sehen. Die Bundesnetzagentur hat inzwischen ein Verfahren gegen sechs Bilanzkreisverantwortliche eingeleitet. Für 2020 hat sie außerdem ein neues Regelenergieregime aufgegleist, das ähnliche Exzesse wie 2019 verhindern soll.

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September

Unser Highlight:

Opal: EU-Gericht kippt Ausnahmegenehmigung für Gazprom

Der Zwist um die russischen Gaslieferungen nach Europa war im vergangenen Jahr ein Dauerthema. Vor allem Deutschland will russischem Erdgas weiter die Tür öffnen und ermöglichte so der Nord-Stream-Verlängerungspipeline Opal eine regulatorische Sondergenehmigung. Gazprom durfte - mit Segen aus Brüssel - seit 2016 mehr als die sonst üblichen 50 Prozent der Pipeline für sich beanspruchen. Auf Drängen Polens kippte das Gericht der Europäischen Union (EuG) diese Ausnahmegenehmigung, was Wettbewerbern die Nutzung zusätzlicher Pipelinekapazitäten wieder öffnet. Gut für den Wettbewerb. Schlecht, sagt aber die Bundesregierung. Sie hat inzwischen Rechtsmittel gegen das Urteil eingelegt.

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Oktober

Unser Highlight:

BSI zertifiziert zweites Smart-Meter-Gateway

"1, 2 oder 3" hieß eine Sendung, die in den 80er Jahren unter der Moderation von Michael Schanze Berühmtheit erlangte. Ganz so alt sind die Pläne zum Smart-Meter-Rollout zwar noch nicht. Gefühlt zieht sich der Zertifizierungsprozess der ersten drei Smart-Meter-Gateways, was den Startschuss für den Rollout markieren würde, aber schon seit Ewigkeiten hin. Im Jahr 2013 legte eine Studie von Ernst & Young im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums den ohnehin nicht sonderlich ambitionierten Rollout-Pfad für Deutschland fest. Der Startschuss ist auch sechs Jahre später noch nicht erhallt. Ende 2018 erhielt PPC das erste Gateway-Zertifikat, im Oktober 2019 folgte dann mit dem Hersteller Sagemcom Dr. Neuhaus die Nummer 2. Nummer 3 lässt aber weiter auf sich warten…

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November

Unser Highlight:

Shell übernimmt Floating-Wind-Spezialisten Eolfi

Die Übernahme des eher unbekannten französischen Erneuerbaren-Projektierers Eolfi durch Shell steht sinnbildlich für den einsetzenden Wandel der Ölriesen. Mit Eolfi bleibt Shell zwar auf dem Meer, betreibt dort künftig aber schwimmende Windkraftanlagen. Ohnehin hat die Öl- und Gasbranche die Offshore-Windkraft ins Visier genommen. In Schottland planen beispielsweise mehrere Akteure den Bau eines großen Offshore-Windparks, der allerdings keinen Strom gen Land schicken soll, sondern Wasserstoff. Die Elektrolyse soll im Rahmen des Projekts direkt vor Ort stattfinden. Ob Shell an dem Vorhaben beteiligt ist, ist bislang nicht bekannt. Der Konzern hat sich allerdings selbst zum Ziel gesetzt, zu einem der großen Akteure im Wasserstoffmarkt zu werden.

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Dezember

Unser Highlight:

Hamburg setzt sich neue CO2-Ziele

Die Hansestadt soll nach den Plänen des Senats ihre CO2-Emissionen bis 2030 um 55 Prozent senken, das sind fünf Prozent mehr als bisher angepeilt. Ambitionierter, aber nicht sonderlich spektakulär. Das wird es erst beim Blick auf die Details: Denn mit dem neuen Klimaschutzgesetz schreibt der Hamburger Senat auch fest, wie die Klimaziele erreicht werden soll. Dazu gehört, und das ist auf Landesebene bisher einzigartig, eine geplante Solardachpflicht. Neue oder umfassend sanierte Gebäude müssen demnach ab 2023 Solarenergie auf dem Dach produzieren. So eine Regelung gibt es bisher nur auf kommunaler Ebene in Tübingen und Waiblingen. In Berlin hatten die Grünen einen entsprechenden Vorstoß unternommen, bisher aber ohne Erfolg. Ob die Solardachpflicht in Hamburg kommt, wird sich zeigen. Im Februar wird eine neue Bürgerschaft gewählt.

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Bildquellen: Stadtwerke Wuppertal; Uniper SE; Uniper SE; Christoph Busse/ENGIE; Mainova AG; BDEW Kongress 2018/Fotografie Claudius Pflug; Stadtwerke Oranienburg; Trianel; Wingas; BSI; Eolfi; Freie und Hansestadt Hamburg