09.08.22, 16:42 von Peter Martens

Innsbruck/Wien (energate) - Im Großraum Innsbruck sowie in Wien ist es in den ersten zwei Tagen dieser Woche zu gleich drei Stromausfällen gekommen. In Innsbruck waren insgesamt rund 140.000 Haushalte betroffen. In Teilen von Wien kam es an zwei aufeinanderfolgenden Tagen zu kleineren Stromausfällen, nachdem es bereits zwei Störungen im Juli und eine größere im Juni gegeben hatte (energate berichtete). Kurz nach Auftritt der Ereignisse haben die Tiwag-Netztochter Tinetz und die Wiener Netze alle Störungen behoben. In Innsbruck sei ein Großteil der Kunden innerhalb von 30 Minuten wieder am Netz gewesen, bestätigte die Tiwag gegenüber energate. In Wien waren von beiden Störungen rund 2.000 Haushalte im 22. Bezirk Donaustadt betroffen.

Aufzüge und Gondeln gestoppt, Ampeln auf Rot

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Grund für den Stromausfall in Tirol waren Umbauarbeiten im Innsbrucker Umspannwerk Ost der Tinetz. Dort kam es zu Wochenbeginn zu einem Betriebsmitteldefekt gefolgt von einer Schutzauslösung. In Folge dieser fiel die Stromversorgung bei rund 100.000 Haushalten in der Landeshauptstadt sowie bei rund 40.000 Haushalten in 34 Umlandgemeinden aus. Ohne Strom waren auch Geschäfte und Ampelanlagen, Aufzüge blieben stecken. Auch Ampeln vor den Tunneln auf den Autobahnen waren auf Rot geschaltet und es bildeten sich Staus. Auch Züge blieben stehen. Bergbahnen wie die Innsbrucker Nordkettenbahn standen still, Gondeln mit Passagieren hingen in der Luft.

Der Fehler habe jedoch sehr schnell behoben werden können, so Christian Ammer, Abteilungsleiter für die Systemführung Netze bei der Tinetz. Er verwies auch darauf, dass die durchschnittliche Ausfallsquote im Versorgungsgebiet der Tinetz weniger als 0,2 Prozent pro Jahr betrage. Der Netzbetreiber betreibt im Zentralraum Tirol zehn Umspannwerke. In ganz Tirol betreibt die Tinetz Leitungen mit 11.500 Kilometern Länge, 47 Umspannwerke und 4.100 Umspannstationen mit 240.000 Entnahmepunkten.

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Wien-Donaustadt: Zwei Störungen in zwei Tagen

Die Ursache für den Stromausfall in Wien-Donaustadt am Montagnachmittag war ein technisches Gebrechen in einer mobilen, temporär für eine Baustelle errichteten Transformatorstation. Nach der Ausforschung der Störungsstelle habe der Strom umgeleitet werden können, so Unternehmenssprecherin Manuela Gutenbrunner. Am Dienstagvormittag kam es ebenfalls in der Donaustadt, aber in einem anderen Gebiet, wieder zu einem Stromausfall, von dem ebenfalls rund 2.000 Haushalte betroffen waren. Die Behebung beider Stromausfälle habe jeweils knapp zwei Stunden gedauert. Die Evaluierung der zweiten Störung sei noch am Laufen. /pm